Moral und Mortalität

Vor einem Jahr bewarb ich mich um eine Stelle als Hausmeister im Gebäude Nummer Sieben des World-Trade-Centers in New York. Um bloß keine Spannung aufkommen zu lassen: Ich bekam eine Absage. Diese kam von Ground-Zero. Da der Absender mich stutzig machte, recherchierte ich ein kleines bisschen und fand heraus, dass das WTC gar nicht mehr in seiner alten Weise existent ist. Davon gibt es nur noch ein Echo. Dieses Echo wird als Ground-Zero bezeichnet.

Als Ground-Zero wurde vor 2001 der Ort bezeichnet, an dem eine nukleare Bombe hochging. Das ist interessant und bemerkenswert, denn ich vermute, dass wir es hier mit einer lupenreinen Verharmlosung der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu tun haben. Ist die Verharmlosung von Atombombenabwürfen eine Straftat? Das sollte man mal von einem unabhängigen Gericht untersuchen lassen.

Unabhängiges Gericht?

Naja, wenigstens, hatte ich offensichtlich etwas verpasst. Verpasst im unipolaren Weltgeschehen. Eine Teppichmessergeschichte. Ein spontan einstürzendes Hochhaus. Elegant, wie aus dem Lehrbuch des emsigen Sprengmeisters. Der Terrorismus scheitert in Etappen. So auch die terroristisch-demokratischen Regierungen weltweit.

Genau, wie alle Menschen, die sich der Lüge widmen.

Was also unterscheidet eine westliche Regierung der letzten zweieinhalb Jahre (oder der letzten zwanzig, dreißig…), mit dem eigenen fantasierten Anspruch, eine demokratische zu sein und nur ihrer moralischen Pflicht zu folgen, diese fantasierte demokratische Idee, in die restliche Welt „bomben“ zu wollen, von einem dahergelaufenen Selbstmordattentäter, der gegen eine Wand oder einen Bus rennt und dabei den moralisch Höchsten anruft?

Sicherlich die Zahl der Opfer!

Doch, befassen wir uns mit Moralität und ihres Ausdrucks in Handlungen und deren individuellen, subjektiven Bewertung in Form von Sätzen (ggf. Flüchen).

Nachdem sich das oben Erfundene in mir erfand, oder auch währenddessen, las ich, dass Teile des lettischen Volkes mittels einer dort ansässigen wohltätigen Organisation Geld via Crowdfunding organisierten, um Brot und Milch für im Krieg zu Schaden gekommene Ukrainer zu kaufen und zu verteilen.

Halt!

Das stimmt so nicht, ich habe mich von meinem Einkaufszettel ablenken lassen. Nicht Brot und Milch sollten es sein, es sollte eine Drohne, eine türkische Drohne, sein. Ein tolles Geschenk, von toll gewordenen Bürgern eines baltischen Volkes an die auch tolle und friedliebende, humanistisch geprägte Oligarchen-Militär-Halsabschneider-Regierung in der Ukraine. Wohltätig ist diese Organisation, die Menschen organisiert, Waffen zu organisieren, mittels denen dann Menschen organisiert verletzt und getötet werden. Welch flaue Leistung! Darauf kann man wirklich stolz sein, das man einem Land diesen Dienst erweist und die Kriegswirtschaft ankurbelt. Die Brust schwillt, der Rücken wird zur Geraden und der Kopf treibt hinfort, als wäre er ein Haus während eines Hochwassers.

Vergiss mich nicht, möchte man hintendrein rufen. Doch womit?

Wie auch immer, die Firma Kale-Baykar bedankt sich bei all den Spendern (m,w,d), die diese gute Tat ermöglichten. Fünf Millionen Euro soll so ein Teil kosten, 5.000.000. Davon könnte man, nur so als Beispiel, 5000 Familien einen Monat mit 1000€ extra beglücken. Luftsprünge inklusive, endlich ein Monat ohne Existenzangst! Geld ist so reichlich vorhanden, dass es die irrtümlich Wohltätigen dieser Welt, wegschmeißen. Es wird verbrannt, zu Gunsten diverser Industriezweige, die uns erzählen wollen, sie seien redlich, dabei jedoch einfach nur das produzieren, was uns (alle) tötet. Als Folge dessen, ist wohl das für den einen moralisch Richtige, das für den Anderen moralisch Letzte. Letztlich eine Frage der Mortalität vielleicht? Oder der eigenen Moralität.

Jedenfalls: Ich fordere die ewige Nullrunde der von außen gesteuerten unnatürlichen Mortalität! Dieses Prinzip erheben wir zur alleinigen Moralität. Ab jetzt und für immer!

Das Monetäre wiederum erinnert mich an die Band The KLF. Mit geklauten Samples verdienten die Herren Drummond und Cauty, Millionen. Eine Million britischer Pfund verbrannten sie 1994 und ließen dabei die Kamera laufen. Wie gesagt, es ist genug Geld da, es ist nur gammelig verteilt. Übrigens ist mir eine kunstvoll inszenierte Vernichtung angeblich wertvoller Papierschnipsel lieber, als es der Kriegsindustrie zu schenken.

Manchmal ist ein kontrolliertes, ziviles Feuer die bessere Wahl. Da wächst vielleicht was neues, schöneres nach. Bisweilen muss etwas zerstört werden, damit neues entstehen kann. Was jedoch zerstört wird, sollte Mensch selbst für sich entscheiden. Wie in einer Fluxus Kunstaktion, bei denen zwei Fluxer stundenlang Porzellan zerschlagen und in Mikros stöhnen und rülpsen und mittels Sampling atonale Musik daraus produzieren. Wenn man Glück hat, wächst aus dieser Sample-lei eine Klangcollage, in der für einige Augenblicke etwas Schönes sich ergibt, eine Elegie der ewigen Veränderung vielleicht. Ein Melodiefragment, das uns den Himmel erahnen lässt, nur eine Sekunde oder zwei, vielleicht drei, eines, das uns in eine ferne Welt entführt. Einer theatralen Katharsis nicht unähnlich.

Zurück zur Moralität.

Eine Bekannte erzählte, dass ihr Bekannter in Polen, ein Ukrainer, zu Beginn des Krieges einen Kredit aufnahm, um das Geld in die Ukraine zu spenden. Die Behörden in der Ukraine riefen wohl dazu auf. Wo das Geld geblieben ist, ist ein Geheimnis, dass er nie lüften wird können. Genau wie das Geld, das an Kassen in Supermärkten mittels Aufrunden Bitte! eingenommen wird. Eine rhetorische Frage: Wieso wird den Spendenden nicht gesagt, dass man keine Ahnung hat, wo das landet und man, also die Spendenden, am Ende vielleicht eine Waffe finanziert, die einen Mensch verletzt, oder auch Güter des täglichen Bedarfs, die dann von den Naziregimentern vor Ort „nazifilziert“ und vertickt werden? Stattdessen verorten sich die Gebenden in einwandfreier moralischer Höhe, finanzieren jedoch in Wirklichkeit, die Fortführung des staatlichen Terrors mit anderen Mitteln. Da kann man auch gleich Geld ans Rote Kreuz oder den ASB spenden, die organisieren dann damit Corona-Kinderimpfzentren und Wegwerf-Blutbanken.

Was aber okay ist, weil die wirklich Bösen, die Anderen sind.

Schön schrecklich war medial auch zu betrachten, wie die mit Getreide beladenen Schiffe aus Odessa endlich schnurstracks in Richtung Afrika fuhren, um dort den Hunger zu bekämpfen. Oder habe ich da was verwechselt? Die Schiffe sind doch nach Afrika gefahren? Ach, doch nicht? Die können sich die künstlich hohen Preise dort gar nicht leisten? Das ist eine ähnlich moralisch einwandfrei zu bewertende Aktion, wie das oben genannte oder die Rettung der Energiekonzerne, die ihre Milliardengewinne lieber für sich behalten wollen und zusätzlich noch von den Ärmsten der Gesellschaften, deren Geld für Brot und Milch. Da wird also monatelang ethikertränkte Größenwahn-Rhetorik in alle Richtungen er- und verbrochen, die Moralkeulen geschwungen und endlich ist man so weit, dass man dieser formulierten Moralität genügen könnte, jedoch…in Afrika ist bisher keines dieser Schiffe angekommen. Nicht mal zufällig gestrandet oder von somalischen Piraten gekapert. Was aber auch okay ist, weil die wirklich Bösen sind ja die Anderen und die Schiffe fahren auch gar nicht im Einflussbereich irgendwelcher somalischen Piraten vorbei.

Schade eigentlich!

Hunger? Als müsste Hunger bekämpft werden! Der müsste nur verboten werden, da es keinen Grund gibt, dass Menschen hungern, außer aus freiwilligen, vielleicht gesundheitlichen oder religiösen Erwägungen. Wenn es möglich ist, sinnlose, therapeutisch unwirksame Medikamente oder perverse Waffen für Milliarden in beliebiger Währung, in die ganze Welt zu „seuchen“ und zu „bomben“, auf das sich das Siechen und Ableben vermehre, könnte man das mit Reis, Linsen, Nudeln, Trinkwasser ebenso. Diese Produkte würden die Adressaten auch gerne annehmen, die haben nämlich eine Wirksamkeit (gegen Hunger und damit für Gesundheit).

Wenn man wollte.

Wir reden aber lieber über CO2 oder ein neues Geschlecht oder die fünfte Welle von irgendwas, welche die siebte oder achte Medikation mit einem potenziell tödlichen Stoff erzwinge, der therapeutisch mittlerweile zu 100% unwirksam ist, was aber lieber niemand zugeben möchte, weil Verbrechen begangen wurden und werden, die nur mit einer Begründung der Wirksamkeit dieses Stoffes zu erklären wären und auch dann nur äußerst unbequem und dürftig. Oder der öffentliche Diskurs will Mark Twain und Karl May verbieten, weil die in der Sprache ihrer Zeit schrieben oder weil einer sich die Idee eines Volkes für sich prosaisch zurechtbastelte. Und das alles, während wir auf die Kälte warten und mit weiteren sinnlosen Maßnahmen bedroht werden. Kälte, die zwischenmenschlich schon im Anflug ist und heiz-technisch bald nachkommen soll.

Allerdings glaube ich, dass die Kälte der Zwischenmenschlichkeit nicht so kalt ist, wie die der Propaganda und der feindlichen Handlungen diverser Regierungen. Es erscheint mir, als würden wir von Ferngesteuerten regiert. Haben wir dafür die Verantwortung? In den von uns bezahlten Medien, tauchen Menschen auf, die vor Menschen warnen, die sich über ihre von der Regierung künstlich verursachte „Armut“ beschweren wollen oder könnten. Dort wird formuliert, dass es unbedingt notwendig sein werde, die „zu Unrecht“ Unzufriedenen (Alles-Leugner, Alles-Rassisten, Nazis, Spaziergänger, Grundgesetzfreunde, Bürger, etc.) im Inland mit der eigenen Bundeswehr zu kontrollieren und zu bedrohen. Die Figur, welche von O. Scholz gespielt wird, gab einen Satz zum Besten, bei einem pfiffigen Bürgerdialog, dass niemand vor habe, auf Demonstranten zu schießen. Vor hat es also niemand und was stattdessen erlaubt sein werde, spart er sich lieber zu nennen und es wird auch nicht nachgefragt.

Warum auch, Journalismus ist out! Außer in den Alternativen. Bei den ganzen neuen Rassismen unserer Zeit, fällt mir noch einer ein: Meinungsrassismus. Die Meinungsrassisten können dann den Klimarassisten und den Impfrassisten die Hände schütteln. Wenn wir noch etwas weiter suchen, finden wir für jeden Menschen einen passenden Rassismus und wenn dann alles total verharmlost wurde, feiern wir eine Party und lachen uns schief, über unsere diversen Meinungen.

Denn die werden bleiben, auch wenn diese nicht geäußert werden dürfen!

Abgründe, tiefe Abgründe und ich komme nicht umhin zu glauben, dass das alles nur ein Film ist, weil diese Zeit dermaßen absurde Figuren und Zustände hervorbringt, die einfach nicht echt sein können. Figuren allerdings, die immerhin so echt sind, dass man dieselben zügig in ihre diebischen Eliteschmieden, unter Umständen in die Antarktis, retournieren möchte und die anderen selben, die Zustände, im Kalender abhaken möchte, um sich lieber wieder der Tomatenpflanze aufm Balkon zu widmen und seinen Job zu machen, den man vor diesem Wahnsinn noch machen durfte. Letzteres trifft besonders auf mich zu.

Immer dran denken: Ist eh alles Fiktion hier!

Dazu passend: Wussten Sie schon, dass Roger Waters auf eine Todesliste für Feinde der Ukraine gesetzt wurde?

Ich denke, wir brauchen das zum Aufwachen. Aus dem Schlaf, in welchem wir seit Ewigkeiten schlummern. Was es allerdings etwas schwierig macht, ist, dass es einigermaßen komplex ist, vielfältig und verworren, weil wir nur unsere Sinne und unseren Verstand haben, es zu verstehen. So erscheint uns das Helle oft als das Dunkle und das Dunkle als das Helle. Fragen wir uns doch:

Warum alle Lampen an sind, wenn doch keiner zuhause ist?

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