Moral und Mortalität

Vor einem Jahr bewarb ich mich um eine Stelle als Hausmeister im Gebäude Nummer Sieben des World-Trade-Centers in New York. Um bloß keine Spannung aufkommen zu lassen: Ich bekam eine Absage. Diese kam von Ground-Zero. Da der Absender mich stutzig machte, recherchierte ich ein kleines bisschen und fand heraus, dass das WTC gar nicht mehr in seiner alten Weise existent ist. Davon gibt es nur noch ein Echo. Dieses Echo wird als Ground-Zero bezeichnet.

Als Ground-Zero wurde vor 2001 der Ort bezeichnet, an dem eine nukleare Bombe hochging. Das ist interessant und bemerkenswert, denn ich vermute, dass wir es hier mit einer lupenreinen Verharmlosung der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu tun haben. Ist die Verharmlosung von Atombombenabwürfen eine Straftat? Das sollte man mal von einem unabhängigen Gericht untersuchen lassen.

Unabhängiges Gericht?

Naja, wenigstens, hatte ich offensichtlich etwas verpasst. Verpasst im unipolaren Weltgeschehen. Eine Teppichmessergeschichte. Ein spontan einstürzendes Hochhaus. Elegant, wie aus dem Lehrbuch des emsigen Sprengmeisters. Der Terrorismus scheitert in Etappen. So auch die terroristisch-demokratischen Regierungen weltweit.

Genau, wie alle Menschen, die sich der Lüge widmen.

Was also unterscheidet eine westliche Regierung der letzten zweieinhalb Jahre (oder der letzten zwanzig, dreißig…), mit dem eigenen fantasierten Anspruch, eine demokratische zu sein und nur ihrer moralischen Pflicht zu folgen, diese fantasierte demokratische Idee, in die restliche Welt „bomben“ zu wollen, von einem dahergelaufenen Selbstmordattentäter, der gegen eine Wand oder einen Bus rennt und dabei den moralisch Höchsten anruft?

Sicherlich die Zahl der Opfer!

Doch, befassen wir uns mit Moralität und ihres Ausdrucks in Handlungen und deren individuellen, subjektiven Bewertung in Form von Sätzen (ggf. Flüchen).

Nachdem sich das oben Erfundene in mir erfand, oder auch währenddessen, las ich, dass Teile des lettischen Volkes mittels einer dort ansässigen wohltätigen Organisation Geld via Crowdfunding organisierten, um Brot und Milch für im Krieg zu Schaden gekommene Ukrainer zu kaufen und zu verteilen.

Halt!

Das stimmt so nicht, ich habe mich von meinem Einkaufszettel ablenken lassen. Nicht Brot und Milch sollten es sein, es sollte eine Drohne, eine türkische Drohne, sein. Ein tolles Geschenk, von toll gewordenen Bürgern eines baltischen Volkes an die auch tolle und friedliebende, humanistisch geprägte Oligarchen-Militär-Halsabschneider-Regierung in der Ukraine. Wohltätig ist diese Organisation, die Menschen organisiert, Waffen zu organisieren, mittels denen dann Menschen organisiert verletzt und getötet werden. Welch flaue Leistung! Darauf kann man wirklich stolz sein, das man einem Land diesen Dienst erweist und die Kriegswirtschaft ankurbelt. Die Brust schwillt, der Rücken wird zur Geraden und der Kopf treibt hinfort, als wäre er ein Haus während eines Hochwassers.

Vergiss mich nicht, möchte man hintendrein rufen. Doch womit?

Wie auch immer, die Firma Kale-Baykar bedankt sich bei all den Spendern (m,w,d), die diese gute Tat ermöglichten. Fünf Millionen Euro soll so ein Teil kosten, 5.000.000. Davon könnte man, nur so als Beispiel, 5000 Familien einen Monat mit 1000€ extra beglücken. Luftsprünge inklusive, endlich ein Monat ohne Existenzangst! Geld ist so reichlich vorhanden, dass es die irrtümlich Wohltätigen dieser Welt, wegschmeißen. Es wird verbrannt, zu Gunsten diverser Industriezweige, die uns erzählen wollen, sie seien redlich, dabei jedoch einfach nur das produzieren, was uns (alle) tötet. Als Folge dessen, ist wohl das für den einen moralisch Richtige, das für den Anderen moralisch Letzte. Letztlich eine Frage der Mortalität vielleicht? Oder der eigenen Moralität.

Jedenfalls: Ich fordere die ewige Nullrunde der von außen gesteuerten unnatürlichen Mortalität! Dieses Prinzip erheben wir zur alleinigen Moralität. Ab jetzt und für immer!

Das Monetäre wiederum erinnert mich an die Band The KLF. Mit geklauten Samples verdienten die Herren Drummond und Cauty, Millionen. Eine Million britischer Pfund verbrannten sie 1994 und ließen dabei die Kamera laufen. Wie gesagt, es ist genug Geld da, es ist nur gammelig verteilt. Übrigens ist mir eine kunstvoll inszenierte Vernichtung angeblich wertvoller Papierschnipsel lieber, als es der Kriegsindustrie zu schenken.

Manchmal ist ein kontrolliertes, ziviles Feuer die bessere Wahl. Da wächst vielleicht was neues, schöneres nach. Bisweilen muss etwas zerstört werden, damit neues entstehen kann. Was jedoch zerstört wird, sollte Mensch selbst für sich entscheiden. Wie in einer Fluxus Kunstaktion, bei denen zwei Fluxer stundenlang Porzellan zerschlagen und in Mikros stöhnen und rülpsen und mittels Sampling atonale Musik daraus produzieren. Wenn man Glück hat, wächst aus dieser Sample-lei eine Klangcollage, in der für einige Augenblicke etwas Schönes sich ergibt, eine Elegie der ewigen Veränderung vielleicht. Ein Melodiefragment, das uns den Himmel erahnen lässt, nur eine Sekunde oder zwei, vielleicht drei, eines, das uns in eine ferne Welt entführt. Einer theatralen Katharsis nicht unähnlich.

Zurück zur Moralität.

Eine Bekannte erzählte, dass ihr Bekannter in Polen, ein Ukrainer, zu Beginn des Krieges einen Kredit aufnahm, um das Geld in die Ukraine zu spenden. Die Behörden in der Ukraine riefen wohl dazu auf. Wo das Geld geblieben ist, ist ein Geheimnis, dass er nie lüften wird können. Genau wie das Geld, das an Kassen in Supermärkten mittels Aufrunden Bitte! eingenommen wird. Eine rhetorische Frage: Wieso wird den Spendenden nicht gesagt, dass man keine Ahnung hat, wo das landet und man, also die Spendenden, am Ende vielleicht eine Waffe finanziert, die einen Mensch verletzt, oder auch Güter des täglichen Bedarfs, die dann von den Naziregimentern vor Ort „nazifilziert“ und vertickt werden? Stattdessen verorten sich die Gebenden in einwandfreier moralischer Höhe, finanzieren jedoch in Wirklichkeit, die Fortführung des staatlichen Terrors mit anderen Mitteln. Da kann man auch gleich Geld ans Rote Kreuz oder den ASB spenden, die organisieren dann damit Corona-Kinderimpfzentren und Wegwerf-Blutbanken.

Was aber okay ist, weil die wirklich Bösen, die Anderen sind.

Schön schrecklich war medial auch zu betrachten, wie die mit Getreide beladenen Schiffe aus Odessa endlich schnurstracks in Richtung Afrika fuhren, um dort den Hunger zu bekämpfen. Oder habe ich da was verwechselt? Die Schiffe sind doch nach Afrika gefahren? Ach, doch nicht? Die können sich die künstlich hohen Preise dort gar nicht leisten? Das ist eine ähnlich moralisch einwandfrei zu bewertende Aktion, wie das oben genannte oder die Rettung der Energiekonzerne, die ihre Milliardengewinne lieber für sich behalten wollen und zusätzlich noch von den Ärmsten der Gesellschaften, deren Geld für Brot und Milch. Da wird also monatelang ethikertränkte Größenwahn-Rhetorik in alle Richtungen er- und verbrochen, die Moralkeulen geschwungen und endlich ist man so weit, dass man dieser formulierten Moralität genügen könnte, jedoch…in Afrika ist bisher keines dieser Schiffe angekommen. Nicht mal zufällig gestrandet oder von somalischen Piraten gekapert. Was aber auch okay ist, weil die wirklich Bösen sind ja die Anderen und die Schiffe fahren auch gar nicht im Einflussbereich irgendwelcher somalischen Piraten vorbei.

Schade eigentlich!

Hunger? Als müsste Hunger bekämpft werden! Der müsste nur verboten werden, da es keinen Grund gibt, dass Menschen hungern, außer aus freiwilligen, vielleicht gesundheitlichen oder religiösen Erwägungen. Wenn es möglich ist, sinnlose, therapeutisch unwirksame Medikamente oder perverse Waffen für Milliarden in beliebiger Währung, in die ganze Welt zu „seuchen“ und zu „bomben“, auf das sich das Siechen und Ableben vermehre, könnte man das mit Reis, Linsen, Nudeln, Trinkwasser ebenso. Diese Produkte würden die Adressaten auch gerne annehmen, die haben nämlich eine Wirksamkeit (gegen Hunger und damit für Gesundheit).

Wenn man wollte.

Wir reden aber lieber über CO2 oder ein neues Geschlecht oder die fünfte Welle von irgendwas, welche die siebte oder achte Medikation mit einem potenziell tödlichen Stoff erzwinge, der therapeutisch mittlerweile zu 100% unwirksam ist, was aber lieber niemand zugeben möchte, weil Verbrechen begangen wurden und werden, die nur mit einer Begründung der Wirksamkeit dieses Stoffes zu erklären wären und auch dann nur äußerst unbequem und dürftig. Oder der öffentliche Diskurs will Mark Twain und Karl May verbieten, weil die in der Sprache ihrer Zeit schrieben oder weil einer sich die Idee eines Volkes für sich prosaisch zurechtbastelte. Und das alles, während wir auf die Kälte warten und mit weiteren sinnlosen Maßnahmen bedroht werden. Kälte, die zwischenmenschlich schon im Anflug ist und heiz-technisch bald nachkommen soll.

Allerdings glaube ich, dass die Kälte der Zwischenmenschlichkeit nicht so kalt ist, wie die der Propaganda und der feindlichen Handlungen diverser Regierungen. Es erscheint mir, als würden wir von Ferngesteuerten regiert. Haben wir dafür die Verantwortung? In den von uns bezahlten Medien, tauchen Menschen auf, die vor Menschen warnen, die sich über ihre von der Regierung künstlich verursachte „Armut“ beschweren wollen oder könnten. Dort wird formuliert, dass es unbedingt notwendig sein werde, die „zu Unrecht“ Unzufriedenen (Alles-Leugner, Alles-Rassisten, Nazis, Spaziergänger, Grundgesetzfreunde, Bürger, etc.) im Inland mit der eigenen Bundeswehr zu kontrollieren und zu bedrohen. Die Figur, welche von O. Scholz gespielt wird, gab einen Satz zum Besten, bei einem pfiffigen Bürgerdialog, dass niemand vor habe, auf Demonstranten zu schießen. Vor hat es also niemand und was stattdessen erlaubt sein werde, spart er sich lieber zu nennen und es wird auch nicht nachgefragt.

Warum auch, Journalismus ist out! Außer in den Alternativen. Bei den ganzen neuen Rassismen unserer Zeit, fällt mir noch einer ein: Meinungsrassismus. Die Meinungsrassisten können dann den Klimarassisten und den Impfrassisten die Hände schütteln. Wenn wir noch etwas weiter suchen, finden wir für jeden Menschen einen passenden Rassismus und wenn dann alles total verharmlost wurde, feiern wir eine Party und lachen uns schief, über unsere diversen Meinungen.

Denn die werden bleiben, auch wenn diese nicht geäußert werden dürfen!

Abgründe, tiefe Abgründe und ich komme nicht umhin zu glauben, dass das alles nur ein Film ist, weil diese Zeit dermaßen absurde Figuren und Zustände hervorbringt, die einfach nicht echt sein können. Figuren allerdings, die immerhin so echt sind, dass man dieselben zügig in ihre diebischen Eliteschmieden, unter Umständen in die Antarktis, retournieren möchte und die anderen selben, die Zustände, im Kalender abhaken möchte, um sich lieber wieder der Tomatenpflanze aufm Balkon zu widmen und seinen Job zu machen, den man vor diesem Wahnsinn noch machen durfte. Letzteres trifft besonders auf mich zu.

Immer dran denken: Ist eh alles Fiktion hier!

Dazu passend: Wussten Sie schon, dass Roger Waters auf eine Todesliste für Feinde der Ukraine gesetzt wurde?

Ich denke, wir brauchen das zum Aufwachen. Aus dem Schlaf, in welchem wir seit Ewigkeiten schlummern. Was es allerdings etwas schwierig macht, ist, dass es einigermaßen komplex ist, vielfältig und verworren, weil wir nur unsere Sinne und unseren Verstand haben, es zu verstehen. So erscheint uns das Helle oft als das Dunkle und das Dunkle als das Helle. Fragen wir uns doch:

Warum alle Lampen an sind, wenn doch keiner zuhause ist?

Veröffentlicht unter Politik & Medien, Satire/Polemik | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Moral und Mortalität

Beschaffugskriminalität

Ein Text in 3-D.

Ich las vor einigen Stunden einen Artikel darüber, dass genau vor zwei Jahren, die Weltgesundheitsorganisation eine wichtige Definition zum Thema Sterben mit oder an Covid-19 änderte. Von da an, so wird im Artikel festgestellt, sei es möglich geworden, zu bestimmen, dass ein Mensch, der innerhalb von vier Wochen vor seinem Ableben einen positiven rtPCR-Test bezüglich Sars-Cov2 hatte, einzig und allein, an der angeblich dadurch nachgewiesenen Infektion zu Tode kam.

Ich musste an George Floyd denken, der wurde aus einem „Versehen“ heraus erstickt, von einem Polizisten. Das war allerdings im Mai 2020, in den USA. Wenn mich nicht alles täuscht, wurde der zuerst auch aufgrund eines Tests als Infektionstoter gezählt. Als das medial bekannt wurde, wurde das geändert. Ab dem 5.August 2020 hätte man es einfach so lassen können, die Definition stimmte dann ja wieder. Weise Entscheidungen, die uns die moderne Wissenschaft ermöglicht. Danke, Danke!

Von den Erkälteten

Es wird abermals gedroht. Von Zuhause, aus der Quarantäne des mehrfachbehandelten Paxlovid-Junkies, dessen Gehirnmasse sich fortwährend in die Welt entleert und seinem lügenden Ampelbruder aus dem neoliberalen brennenden Busch. Ein erneuertes Inf.-Gesetz soll ermöglichen, die Menschen fortlaufend willkürlich zu verwunden. Am besten im Viervierteltakt. Weiterhin ohne Evidenz der Scheiß, mag man denken, dafür aber mit zahlreichen Nebenwirkungen. Ich denke nicht, dass dies gelingen wird, doch bei Bekanntgabe dieser Informationen, schnellten die Kurse gewisser Giftmischerkonzerne (der Planung gemäß) in die Höhe und die Medien feiern fortlaufend ihren eigenen Extremismus, welchen sie jedoch auf Andere projizieren und dadurch rechtfertigen, dass die anderen ja so böse und so extrem seien. Ein Leben in der Übertragung also. Selbstreflexion undenkbar. In Deutschland darf die Krise nicht sterben und ich denke, (Vorsicht!), die Zuständigen werden damit erst aufhören, wenn sie daran politisch gehindert werden, ihre lebensfeindlichen „Wahnheiten“ zu verbreiten und auszuleben. Oder, diese Variante gefällt mir gut, die Menschen, Sie und ich, diese Lügen nicht mehr mittragen. Was natürlich auch eine höchst politische Aktion wäre.

Suizidal

Lügen. Schade, ja schade, dass die publikative Gewalt primär damit beschäftigt ist, Unschuldige zu Schuldigen zu stilisieren. Eine österreichische Ärztin bringt sich um und daran sollen nun irgendwelche twitternden Regierungskritiker Schuld sein. Jeder Suizid ist sicherlich schlimm. Für die Angehörigen, die trauernd zurück bleiben. Die Suizidalen selber sind durch mit dem Thema. Jedenfalls fürs Erste. Wenn Erwachsene den Freitod wählen, aus welchem Grunde auch immer, dann sind sie in erster Linie mal, selbst dafür verantwortlich. Waren ja auch für ihr Leben verantwortlich. Betrachtet man den Rummel, der um diesen Freitod in „nekrophil-pathetischer“ Weise inszeniert wird, sei den Angehörigen zu wünschen, dass sie nicht lesen und nicht hören können, wie der Freitod ihres geliebten Menschen von den Medien und Politikern missbraucht wird.

Das man sich auf Twitter gegenseitig beschimpft, ist nicht neu und als Ärztin, als öffentliche Person, die ihre Meinungslinie dort anscheinend klar formulierte und vertrat, sollte es möglich sein, sich zu distanzieren, von dem Schmutz, den diese ganzen hilflosen Menschen, sie selbst eingeschlossen, auf und von allen Seiten, dort verbreiten. Da sollte man drüber stehen oder die Finger von lassen. Tode und Tote moralisch zu instrumentalisieren, um daraus abzuleiten, gegen gewisse unbeliebte Gruppen (von Menschen) mit staatlicher Gewalt vorzugehen, ist moralisch äußerst bedauerlich. Sicherlich in den letzten zweieinhalb Jahren jedoch gängige Praxis großer Teile des öffentlichen Lebens geworden.

Jede Morddrohung, egal, wo sie geäußert wird, ist ein Eingeständnis in die eigene Hilflosigkeit und es gibt gewiss genug Mittel, diese im Einzelfall strafrechtlich zu verfolgen. Wenn alles so schön einfach in der Diffamierung und im Konjunktiv bleibt, könnten wir aber auch mal zur Abwechslung hochrechnen, wie viel Schaden Ärzte anrichten, die diese künstliche RNA injizieren und die auch alle verbalisiert zu Mördern machen, denn es ist unstrittig, dass Menschen durch die besagten Substanzen verwundet wurden und immer noch werden. Auch Tote gibt es. Was ist mit denen, die die Infrastruktur organisierten und immer noch organisieren? ASB, Johanniter, das Rote Kreuz, wer noch? Wie viel Suizide gibt es in den Krisenjahren mehr, als in den Jahren zuvor? Wer hat daran Schuld? Welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit fanden in den Schulen, Kitas, Alten und Behindertenhäusern statt? Wer trägt dafür die Verantwortung?

Also, lasst uns doch mal rechnen!

Doch nicht vergessen, wie es George Orwell bereits schrieb: Rache ist sauer. Rache ist nur bis dahin süß, wo diese nicht umsetzbar ist, sobald sie umsetzbar ist, ist sie sauer und würde sie ausgeführt, wäre es nur ein Zeichen der eigenen Hilflosigkeit. Der Mensch kann vergeben und er kann Verantwortung übernehmen. Rache ist keine Verantwortung, auch keine saure. Rache ist nur Flucht, Flucht vor der eigenen Verantwortung und vor den eigenen Gefühlen.

Demos (das Volk)

Das, was an einer Demokratie so demokratisch ist, ist die Möglichkeit, die herrschende Klasse zu kritisieren.

Wo sind denn die ganzen Demokraten, die diesen Satz heutzutage uneingeschränkt noch aushalten? Der Wiener Politmoderator Robert Misik gehört offensichtlich nicht dazu. Der möchte lieber generell alle Meinungsäußerungen, die er nicht teilt, verbieten und bestrafen und setzt das Wort Menschen in Anführungszeichen, um klar und deutlich zu zeigen, wer hier der Richtige ist und wer der Falsche. In seiner arrogant-wahnhaften Vorstellung, ist sicherlich immer er der ohne Anführungszeichen, dafür aber mit intellektuellen Führerqualitäten.

Warum schreibe ich über den? Naja, in den Medien begegnet einem einiges und bevor es in mir Schaden anrichtet, schreibe ich darüber und dann ist es raus und ich bleibe gesund und vergifte mich nicht länger mit diesen Informationen. Eine Art Selbstreinigung. Aushalten muss man es halt, sonst ist man nicht anders, als die Kritisierten. Demokratie bedeutet doch sicherlich auch, Meinungen auszuhalten, oder?

Beschaffungskriminalität

Der letzte Präsident, der in der Vogue porträtiert wurde, ich glaube, mit seiner Schwester, da bin ich mir nicht ganz sicher, ist erzürnt. Die Aufnahmen wurden geschossen, laut eigenen Aussagen, fühlte er sich, wie an der Front, während im von ihm regierten Land, Menschen zu Hunderten an der wirklichen Front starben. Derweil immer noch Menschen sterben, zürnt er weitergehend darüber, dass das Kokain zu teuer geworden ist und er mit seinem wenigen Geld nur noch die schlechtere Qualität bekomme. Daran seien die westlichen Regierungen Schuld und, natürlich, Amnesty International. AI hat nämlich herausgefunden, dass in der Ukraine, von Seiten der Ukraine, schwerste Verfehlungen und Gefährdungen gegenüber des eigenen Volkes statt fänden. Was natürlich nur wieder russische Propaganda sein könne. Komisch jedoch, das ZDF berichtet darüber. Wahrscheinlich ist das ZDF, genau wie AI, auch nur ein Außenposten Russlands. Das Vogue-Model ist entsetzt darüber, was die anderen über sein Militär denken. Melancholisch denke er, laut einer Aussage gegenüber der dpo, an seine Zeit während des Drehs zu „Diener des Volkes“, da sei die Welt noch in Ordnung und der Schnee noch richtig weiß gewesen und, und, und.

Die Ukrainische Armee platziert und stationiert also Waffen in Schulen und Krankenhäusern in städtischen Wohngebieten. Das ist sicherlich schon ein alter Hut, da diese Informationen seit langem kursieren, dadurch bemerkenswert allerdings, dass es in diesem Fall das ZDF berichtete und vorher von der (ich glaube) renommierten Organisation Amnesty International publiziert wurde. Das passiert ja sicherlich nicht zufällig. So eine clevere Aktion war doch auch zu Beginn in Kiew umgesetzt, als die Regierung beschloss, Waffen an die Bevölkerung zu verteilen und so die Zivilisten abschaffte. Die Kiewer Regierungsclique liebt ihre zu Regierenden richtig gierig. Währenddessen die Völker dieser Welt von ihren Regierungen also richtig gierig liebevoll ausgewrungen werden, minimieren sich die Truppen der Ukraine mittels friendly-fire, enemy-fire und Befehlsverweigerung.

Irgendwer sitzt derweil am Fluss und wartet, bis des Feindes Leichen vorbei treiben.

Bei dem Begriff Beschaffungskriminalität denkt man sicherlich auch gleich an Drogensüchtige, so wie oben schon behandelt und sicherlich auch an die, welche man an Bahnhöfen, Kleingartensiedlungen, in Galerien, in Bürgerschaften, in und an Bundestagstoiletten und bei den Tafeln stehen sieht. Nicht, dass alle Menschen, die bei den Tafeln stehen, Süchtige seien, so meine ich das nicht. Mir fallen dazu noch die Personen von der CSU ein, die sich am Geld der Bürger bereichert haben, in dem sie ominöse Maskendeals abschlossen und nicht um gute Preise für die Steuerzahler kämpften, sondern um private Provisionen. Da iss mir der Junkie, der aus der Schublade, der jemandes Portemonnaie klaut, moralisch lieber, als diese Herren und diese Dame, die eine ganze Nation bestehlen und das auch noch legal sein soll.

Legal?

War da nicht bei Kant was? Wahrhaftigkeit aus sich selbst heraus schöpfen? Und dies, als Pflicht des Menschen, keinen Schaden bei anderen Menschen anzurichten, als Pflicht des Menschen, welcher einen freien Willen hat? Die Menschen, die dies mittels ihres Verstandes nicht bewerkstelligen können, sich einer kategorischen Pflicht, etwa der des Nicht-Betrügens, zu unterwerfen, aufzuerlegen oder sich einfach daran zu halten, sind ausgenommen. Die benannten Leute können dann ihr asoziales Tun in legal und illegal kategorisieren, moralisch gut wird es dadurch nicht. Ähnlich wie beim verzweifelten Junkie, der seiner schädlichen Gewohnheit so viel Raum gibt, dass diese ihn dazu bringt, moralisch im Kellerloch zu verharren. Vielleicht ist es aber auch nur die künstliche Illegalität, die manche Süchtige erdulden müssen, die diese moralischen Fehltritte bedingen, im Gegensatz zu den legalen Verbrechen, die organisiert begangen werden. Und das mit dem Wissen, dass andere Menschen dadurch Nachteile haben.

Welch armselige Welt diese Taten doch erschaffen. Die Masken hat sowieso niemand gebraucht, von daher ist dieser gesamte Mumpitz vollständig und nicht nur moralisch überflüssig gewesen.

Ich habe doch oben geschrieben, ein Text in 3-D. Ihr ward also gewarnt. Und so beende ich ihn auch.

Apropos Leichen und friendly fire: Auf der Internetseite des ZDF habe ich ein Foto von den Rolling Stones gesehen. Also, ich weiß nicht, aber so ein Konzertbesuch, das hat schon auch was von Nekrophilie, oder?

Veröffentlicht unter Politik & Medien, Satire/Polemik | Kommentare deaktiviert für Beschaffugskriminalität

Stromausfall

Gestern war Stromausfall. Hier im Quartier. Einige Straßenzüge waren betroffen. Nachbarn trafen sich im Treppenhaus und Keller und witzelten, die Russen kämen. Man sah aus dem Treppenhausfenster, jenes mit der toten Fliege zwischen den Scheiben, tat so, als würde man ein Fernglas benutzen und bemerkte trocken, nichts zu sehen, kein Rauch, keine Panzer, kein Russe. Ich sagte, achtet auf den Atompilz in der Ferne und wenn einer zu sehen ist, schnell unter die Tische.

Schon mehr gelacht.

Nach eineinhalb Stunden war er wieder da. Der Strom. Russen zeigten sich nicht, außer denen, die seit vielen Jahrzehnten unsere Nachbarn hier in Deutschland sind. Nachbarn sind die, die nebenan wohnen. Bei uns sind das Menschen aus diversen Ländern. Vielfältige Eintönigkeit (oder eintönige Vielfalt) also: Alles Menschen und doch alle anders und im selben Augenblick gleich.

Vor meiner Tür treffe ich Menschen aus Lettland, Pakistan, Polen, Deutschland, der Ukraine, Indien, Türkei, Russland, Kasachstan, Syrien, Somalia, Ghana, Äthiopien, Serbien, Bayern, Iran…ich lasse die Liste besser unvollständig…

Mein Nachbar aus ehemals Jugoslawien hat die heilige natoverpackte Friedensaktion 1999 miterlebt. Sein Haus in Sarajevo wurde vom Friedensbündnis ganz sanft in Schutt und Asche gelegt. Zwei Familienmitglieder gleich mit. Das ist der Frieden, den wir meinen, wenn wir von der westlichen Idee des Frieden palavern, oder? Ganz groß! Diese Aktion wurde übrigens mit einer Lüge gerechtfertigt. Kriege beginnen wohl immer mit einer Lüge.

Natürlich wissen wir Alle, nur die Waffen derer, die nicht in der Nato sind, töten. Die Nato-Waffen verbreiten was wohl allgemein bekannt sein dürfte, nur Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit. Allerdings bezweifle ich, dass mein Nachbar dies auch so sieht. Mit ihm, sehen das wohl mehr als Zweidrittel der Weltbevölkerung anders.

Aber: Was wissen die schon?!

Wenn ich in den Spiegel schaue, wird ein Deutscher reflektiert. Das ist kein Widerspruch in sich, auch Deutsche können reflektiert werden und manche sich sogar selbst. Laut meiner Frau, reflektiert sich ein typischer Deutscher. Wunderbar konditioniert. Autoritätsgläubig, zuverlässig, dienstbar, arbeitsfreudig, sauber, mülltrennend, kyphotisch und innerlich mit der Lüge verflucht, dass es in Deutschland eine höhere, fast sakrale, Gerechtigkeit gebe, als es diese in anderen Ländern jemals geben könne. Warum? Weil wir eine Verfassung und den Vater Sozialstaat mit mütterlichen Gesundheitssystem und dazu noch, das Bundesverfassungs-Gericht haben. Diese Einrichtungen sind über jeden Zweifel erhaben. Wenigstens im Rahmen der innerlichen verfluchten Lüge, mit der ich aufwuchs.

Natürlich ist dieses Ich auch eine Lüge, eine Fiktion, nur getippte Rhetorik. Der beschriebene Zustand, der dieser, also der innerlichen verfluchten, Lüge zugrunde liegt, ist seit spätestens zweieinhalb Jahren ertrunken. Dennoch hält sich die innerliche verfluchte Lüge in der Bevölkerung so, dass sie noch nicht gänzlich untergeht. Sie sollte ruhig den Kopf hängen lassen und tief einatmen. Die Zeit ist dafür längst gekommen.

Gefährde ich eigentlich mit solchen Texten schon die innere Sicherheit unseres schönen Landes? Oder die, anderer Länder? Wenn es so sein sollte, wäre dies ausgesprochen traurig. Eine politische Gesellschaft, in der Meinungen, seien sie noch so unübersichtlich, die innere Sicherheit gefährden, sind offensichtlich noch nicht erwachsen geworden und gerieren sich, wie trotzige Kinder im Sandkasten, die mit anderen nicht spielen wollen, nur weil diese anderen größer sind, schneller sind oder einfach eine triefende Rotznase haben.

In mir, jetzt mal echt und ehrlich, ist diese Wir-Der-Westen-Sind-Moralisch-Besser-Lüge zerbrochen, als ich vierzehn war. Spätestens! Es war an der Grenze zur DDR. Ein Amerikaner war bei uns, ein Freund meines Stiefvaters. Wo war das noch? Irgendwo in der Nähe von Helmstedt. Mariental, glaube ich. Wir standen an den Grenzsteinen und blickten auf den Zaun und die Türme auf der anderen Seite. Der besagte Herr, er hieß George, lief plötzlich los und wollte so nah wie möglich an den Grenzzaun heran, lief durch das Gras ostwärts. Mein Stiefvater schrie ihm hinterher. George wollte aber nicht anhalten und rief lieber, er sei ein freier Amerikaner und niemand dürfe ihm verbieten, hier auch frei zu sein. Da wurde mir klar, dass diese Art Freiheit, ein Haufen Mist ist. Wenn meine Freiheit bedeutet, dass ich überall die eigenen Regeln verbreiten darf und mich nicht an die Regeln anderer Menschen halten brauche, dann ist das keine Freiheit. George konnte übrigens gerettet werden, bevor geschossen wurde. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass ich plötzlich sehr wütend los rannte und mich auf ihn warf. Aus einem Versehen heraus, verpasste ich ihm dabei einen Faustschlag in den Nacken. So rettete ich sein Leben. Zwei Wochen später flog er wieder nach New York und wurde Aktienmillionär. Er schrieb meinem Stiefvater bald einen Brief, in welchem er davon fantasierte, dass er an besagtem Tag einen großen Akt der Völkerverständigung vollzogen hat. Die Herren von der DGP, die Fotos machten, wussten da sicher nichts von.

Mein tätlicher Anteil an dieser Geschichte könnte aber auch Fiktion sein.

Jedenfalls erinnerte ich mich an diese Geschichte, als ich vor einigen Monaten eine Dokumentation über den US-Regisseur John Carpenter sah. Dieser kategorisierte den „US-Amerikaner“, als europäischen, räuberischen Eindringling, der in die Neue Welt eingefallen sei, der das neue Land mit extremer Gewaltausübung gegen Mensch und Tier in Beschlag nahm und es unter sich aufteilte und alles Einheimische unterjochte, tötete, einsperrte oder verbot.

Kriegsattitüde macht müde. Dazu hier noch, zum Abschluss, einige (hochaktuelle) krause fremde Federn:

»Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein, das heißt müde sein des Mordes, müde des Raubes, müde der Lüge, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmutzes, müde des Chaos. War man je zu all dem frisch und munter? … Kriegsmüde hat man immer zu sein, das heißt nicht nachdem, sondern ehe man den Krieg begonnen hat.«

– Karl Kraus (1874 – 1936)

Ich danke Herrn Kraus für die diese Zeilen. Wäre wirklich schön, wenn die Zuständigen lesen und reflektieren könnten…aber vielleicht sind wir das ja alle…

Veröffentlicht unter Alltag, Politik & Medien, Satire/Polemik | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Stromausfall

Erkältung

Letzte Woche während des Einkaufs beim Edeka. In unerfreulicher Weise den Titel des Spiegels erblickt. Die Informationssperre in mir war nicht schnell genug. So sah ich und kicherte unwillkürlich, während ich die Titelseite unvollständig in mein System importierte. Einmal in mir, so dachte ich, müsse ich mal sehen, ob ich damit kurzweilig etwas anfangen könne. Der verspiegelte Titel zeigt ein synthetisches Gesicht, welches wohl jenes, eines Herrn P. aus R. ähneln soll. Mit kleinen angedeuteten Teufelshörnern. Hörnchen sozusagen. Untertitelt ist das gasblauschwarze Bild mit:

Der Kaltmacher.

Ein Witz. Ein Kalter. Eisiges Medium. Der Spiegel mag es offensichtlich nicht warm. Oder nur für sich, im eigenen Spiegelkabinett. Der Artikel beschäftigt sich vermutlich damit, wie wir von P.s Gas abhängig wurden. Dies ist, glaube ich, auch so im Untertitel angedeutet. Die Geschichte eines kollektiven Suchtprozesses also. Wir siechen im Bunde. Ich hörte einst, der oder die Süchtige verändere sein oder ihr Verhalten erst, wenn er oder sie mit dem Rücken an der Sprichwort-Wand stünde. Vielleicht ist es hier ja anders. Bis heute am Morgen wusste ich allerdings noch gar nicht, dass ich von Gas abhängig bin, auch nicht, dass ich davon entgiften wolle oder solle. Warum auch? Ich wusste ebenfalls nicht, dass es Gas gibt, welches allein P. gehört und er jetzt entschieden hat, uns alle auf Entzug zu setzen. Ich habe da was anderes gelesen. Das Thema scheint mir doch sehr viel komplexer, außer man lügt einfach, dann ist es einfach. Naja, der Spiegel weiß halt mehr und mehr sollte man sich mit diesem Zerr-Spiegelbild auch nicht beschäftigen, weil man sonst sicherlich innerlich und äußerlich verschleimt und es gibt wirklich interessantere Dinge, als diesen Schleim in die nahe Umwelt daraufhin sekretieren zu müssen. Da hat, außer der Betreiber des Magazins vielleicht, niemand Freude dran.

Etwas Interessanteres?

Man könnte also zum Beispiel stattdessen von Oktober bis Ostern vollkommen mit dem Klammerbeutel gepudert Masken tragen. Ist sicherlich besser, als beim Lesen solcher Artikel vor Fremdscham zu erblinden. Auch wenn beides mir ähnlich schädigend erscheint.

Witze überall, wie im Comic oder im Kino. Tragödien zum bockigen Totlachen. Mit und ohne Gesicht. Der Erfrierungstod klopft bereits. Natürlich nur in Deutschland und auch dort nur, bei denen, die sich die Preissteigerungen von 100 und mehr Prozent, nicht leisten können. Vonovia in Berlin ist schon mal regierungskonform kulant und senkt die mögliche Raumtemperatur und die Totalitären klatschen Abfall. Wie weise, auf grüne Weise.

Bilder (bewegt und unbewegt)

Wenn wir in den Medien auf Bilder aus Elmau blicken, denken wir an Bergamo. Nein, Verwechslung, nochmal: Wenn wir mediale Inhalte aus Elmau betrachten, sehen wir zwei bis einige grinsende Persönlichkeitsabspaltungen. Jedenfalls auf den gestreuten Fotos und Videoclips. Warum grinsen die dort so viel? Wissen die nicht, dass der schlimmste aller Kriege des allerschlimmsten aller Bösen (des Teufels persönlicher und nur dessen alleiniger) gerade stattfindet? Nein. Das sind Abspaltungen. Die wissen nicht, auch nicht, dass sie nicht wissen. Da gibt es zum Beispiel ein Foto, auf dem neun mögliche Personen an einem runden Tisch zu sehen sind. Einige von ihnen, im Vordergrund ein Deutscher, grinsend in die Kamera blickend. Im Hintergrund sieht man einen Bildschirm auf dem offensichtlich die Serie „Diener des Volkes“ läuft. Auch großes Kino, hat sich wohl ein frecher Journalist in deren Pausenraum geschmuggelt und abgedrückt. Nun, wir brauchen alle mal Pausen.

Ein anderes „fiktives“ Foto, nicht aus Elmau, dafür angeblich aus Kiew, zeigt den blonden englischen Schauspieler, der seine Rolle nun doch nicht mehr so richtig füllen möchte, weil er lieber Party machen will und den „Diener des Volkes“-Schauspieler, auch irgendwie lachend. Wenn das denn eigentlich möglich ist. Die sind alle bester Laune. Man weiß einfach nicht mehr, ob irgendwas von dem, was man sieht, wirklich existiert. Überall Kunst und Kunstfiguren. Inkohärenz im Spiel, billige Plots und das Setting aus dem rudimentären PC erbrochen. Ein Problem unserer Zeit, sicherlich, oder das ewige Problem des Menschen vermeintliche Wahrheitssuche, dabei geht es immer nur um Meinungen (und deren Anhängenden). Traurig, hier nach Wahrheiten zu suchen.

Apropos Film:

Letzte Woche auf Arte lief auch ein toller Film zur rechten Zeit. Nach einer wahren Begebenheit. Ein erfolgreicher Boxer gleitet im Zuge der 1920er Wirtschaftskrise in tiefste und bitterste US-Armut. Inklusive schwerstens erkältete Kinder und Strom- und Gasabschaltungen. Schön, wie zeitgemäß relevante Themen, aufbereitet in Spielfilmlänge, sich in unsere Wohnzimmer ergießen. Der von Ron Howard gedrehte Film ist „gut gemacht“, hat mich hineingezogen, polarisiert. Es gab also den guten Boxer und natürlich gab es auch einen bösen, einen brutalen, zweimal im Ring killenden Boxer. Und wieder natürlich, siegte der gute Boxer. Interessant war, dass nicht die Kapitalisten als die eigentlichen Feinde der Armen dargestellt wurden, sondern der Regisseur dass Schuldthema dahingehend kanalisierte, dass sich der moralische Zorn über die Zustände der Krise, der Armut und all ihre Auswirkungen, auf den Endkampf-Boxer richteten. Clever! Also, da der Gute gewann, so können wir für uns generalisieren, müssen auch wir nur genug kämpfen, allen äußeren Einflüssen zum Trotze, dann wird schon alles gut, oder so ähnlich. Wir müssen nur den falschen Schuldigen finden und ihn für den Richtigen halten. Klasse.

I have seen something…wie Max Schmeling einst angeblich sagte, ich glaube er gewann daraufhin irgendeinen für die Allgemeinheit bedeutungslosen Kampf.

In einer anderen möglichen Realität übrigens, in der ich die Wikipedia befragte, las ich, dass der böse Boxer, der Max Baer sich nannte, tief erschüttert über den Tod eines seiner Gegner war und die Hinterbliebenen finanziell unterstützte. Darüber zu berichten, gab es im Film sicherlich keine Möglichkeit. Ging ja auch nicht darum, sondern darum, den Auf-, Ab- und Aufstieg des Anderen zu zeigen und damit auch unsere Möglichen und Unmöglichen. Die Dramaturgie ging hier zu Lasten der Wahrheit…äh, umgekehrt, flöten.

Warum passiert das im Film?

Das schreibt das Drehbuch so vor, sagte der Vater eines langjährigen (Jugend-)Freundes in solchen Fällen gerne, als sei er in etwas Größeres eingeweiht. In der Wikipedia allerdings, mehr Wahrheit zu vermuten, als in einem Hollywood-Streifen, ist zumindest naiv oder auch äußerst draufgängerisch.

Fiktion der Vierten Gewalt?

Es handelt sich also um „fiktionale Rede“ mit Anleihen in der Wirklichkeit, oder das, was in der vierten Gewalt als Wirklichkeit ausgegeben wird. Vierte Gewalt ist mittlerweile reichlich irreführend, findet man die anderen drei, außer einer, ja kaum noch. Eigentlich sind die Inhalte der Medien nur fiktionale Meinungsbeiträge. Es wird eine Sichtweise kolportiert und zwar in der Art, als gäbe es keine Zweite. Verkürzt. Einseitig. Diese „fiktionale Rede“ wird von einer Person, einer Kunstfigur, wiedergegeben, welche sich in einer Rolle befindet. Ob als Journalist, Wissenschaftler oder Politiker. Alle Schauspieler. Der Junge in der Ukraine ist da schon fast aufrichtig. Der hat vorher seine Oligarchen-Serie gedreht und alle wissen, er spielt nur die Rolle in der Serie. Das er knallharter Profiteur der Situation ist, ist Propaganda der Russen, da er ja in seiner Serie auch wirklich und in Echt, ein guter Präsident war, muss er auch in der sogenannten Realität, ein guter sein. Vielleicht gibt es auch einen Oscar? Friedensnobelpreis? Nein, eher nicht. Blöd ist sicherlich auch, dass so viele Menschen sterben müssen, weil er so ein schlechter Schauspieler ist. Zum Lachen ist das also nicht. Es fröstelt mich.

Grippe und Atomkrieg

In Zeiten der Sommergrippe freuen sich die Grippierenden über Abwechslung. Wie wäre es mit einem kleinen Atomkrieg? Diesen scheinen sich ja einige in unseren Gesellschaften zu wünschen. Natürlich einen, der nur der anderen Seite schadet. Als Kind, also als Junge, damals gab es noch Geschlechterzuweisungen, nährte ich sonderbare Gedankengänge. Als ich einen Blauen Brief aus der Schule an meine Eltern gerichtet erwartete, wünschte ich mir gedanklich ein Erdbeben, einen Tornado oder einen kleinen Atomkrieg herbei, damit einer dieser gewünschten Zustände, den anderen unerwünschten überdecken möge. Das ist als Kind, also als Junge oder Mädchen, irgendwie niedlich und verdreht, wenn man sich solche natürlichen und vom Menschen gemachten Katastrophen wünscht, um eine missliebige Kleinigkeit zu überdecken. Als Erwachsener dachte ich, wüsste ich das und ging bis vor Kurzem davon aus, andere Erwachsene wüssten dies auch. Allerdings bekomme ich gegenwärtig Äußerungen zu hören, die mich an diese kleine Geschichte erinnern. Es gibt offensichtlich und tatsächlich, Erwachsene, die auf heller Straße und vor laufender Kamera davon sprechen, man müsse darüber nachdenken, mittels schwerer Waffen (bis hin zu Atombomben) Frieden zu schaffen und diese Erwachsenen behaupten von sich im gleichen Atemzug, friedliebend und tolerant und Klimaneutral zu sein. Das haut mich um!

Die Menschen seien verwirrt, sagte mal mein liebster Teehändler, der mir so guten Kaffee verkauft und mich, mit Ruhe und Weisheit, berät und therapiert.

Danke, danke!

Ich ergänze allerdings: Die erwachsenen Menschen sind verwirrt. Offensichtlich nachhaltig verwirrt, sonst würden sie sich erinnern, dass Waffen niemals Frieden stiften können. Welche Dinge müssen in der Kindheit geschehen, damit Menschen dazu in der Lage sind, diesen Unfug zu formulieren? In weltweiten Konflikten werden kleine und große Menschen getötet. Wer liefert dafür die Waffen? Mit jeder Lieferung, machen sich die Liefernden schuldig, bis hin zum Steuerzahler, der das mitträgt.

Was mich auch umhaut, ist dieser, nur als ein Beispiel, dieser Unruhestifter, J. Dahmen von der Extremen-Grünen, der Menschen grundlos einsperren, genverändern und maskieren will und sich darüber erbost und Terrorismus verharmlosend wundert, dass es Menschen gibt, die ihm diese, seine eigene, Hetze via Twitter spiegeln. Misanthropen allenthalben.

Bisweilen wäre eine (kollektive) Ohnmacht wünschenswert. Doch wir sind auf dem Weg.

Und während wir dem einen das absolut Böse andichten, leugnet der Herr aus einer Botschaft, dass Stepan Bandera ein Nazi-Kollaborateur und Massenmörder war und rechtfertigt und verfestigt damit verbal seinen damaligen Kniefall vor desselben Grab in München und versicherte weitergehend im Interview, dass es seinen Landsleuten ebenso gehe. Das mag ich mir nicht gänzlich vorzustellen. Ich denke, in der Ukraine leben viele Menschen, die mit diesem Faschisten nichts zu tun haben wollen und auch Bandera mies finden. Von diesem Herrn erwarten wir doch sicherlich keine Aufrichtigkeit und Wahrheit? „Freiheitskämpfer“? Nationalheld? Dann mal voran mit der ethnischen Säuberung im Jahre 22, sendet Waffen an alle Aufrechten. Da kann ja nichts mehr schief gehen in Westeuropa. Braunen Vorhang runter!

Nun soll er ja, weil seine Arbeit dort so geschätzt werde, nach Kiew, um dort in stattlich staatlicher Erhabenheit zu arbeiten. Ein Regime das Faschisten beschäftigt. Man mag sich und findet sicherlich gemeinsam, etwas, das man gemeinschaftlich hassen kann.

Apropos Braun:

Rot blüht der Mohn, sang einst der Herr Jürgens. Was mir persönlich noch zu rot (und tot) einfällt, ist das Rote Kreuz. Wie ich ja bereits woanders schrieb, war ich da vor Kurzem bei einem Vorstellungsgespräch. Ich sagte die Stelle jedoch ab, da ich erfasste, dass ich dort nur arbeiten könne, wenn ich bereit wäre, mich permanent zu verwunden. Jedenfalls sorge sich das RK in Österreich und auch in Deutschland. Worüber? Laut deren Webpräsenz, würden sich die Blutspenden verringern. Schlechte Geschäfte also. Darf man das eigentlich so schreiben, dass das ein Geschäft ist? Es geht doch um Menschenleben, also wirklich, da verdient doch keiner dran. Das ist Dienst an den Bevölkerungen. Genau wie bei den Kinderimpfzentren. Nur Fallpauschalen für den übergeordneten guten Zweck. Braucht kein Kind so eine Behandlung, aber einer muss es ja machen. Die Sozialdienstleister stehen Schlange. Körperverletzung am laufenden Band. Wie damals, in Wolfsburg, als die Käfer rollten.

Halt! Ich wiederhole mich.

Eins noch: Wenn ich pro Blutspende einen bestimmten Betrag bekomme, dann habe ich doch ein Interesse daran, die Spenden zahlenmäßig auf hohem Niveau zu halten. Auch weit über den eigentlichen Bedarf. Das reicht ja nie und könnte man ja entsorgen, den Überschuss…vielleicht ist das aber auch zu negativ gedacht. Alle wollen nur Gutes. Alle wollen immer nur Gutes, deswegen ist die Welt auch wie die Welt ist. Nur Wohlwollende überall.

Wohlwollen?

In einer Zeit, in der den Menschen ein Betrug nach dem anderen, gerade und vor allem im medizinischen Bereich, gewahr wird, wundere ich mich ehrlich gesagt nicht, dass die Blutspendenbereitschaft der Menschen in Österreich und auch in Deutschland oder anderswo sinkt. Vielleicht sind die Menschen einfach damit beschäftigt, ihr eigenes Leben irgendwie zu retten und das ihrer Liebsten und/oder Nahestehenden. Oder sie sind zerfressen vor Sorgen, Sorgen um die eigene Existenzgrundlage. Könnte doch sein?!

Warum wird eigentlich mehr Blut benötigt, als sonst so?

Achso, ich lese, nachgeholte Operationen und Behandlungen, wegen der Mutter aller Pandemien, mehr Sportverletzungen, da Sport nicht mehr mittels Regierungsverordnungen verboten ist, auch wegen der größten aller Pandemien. Im Jahr 2021 sollen deutschlandweit 130.000 Notfall-Einsätze der Ambulanzen mehr gefahren worden sein, als durchschnittlich in den Jahren zuvor.

War da noch was diesbezüglich?

Ja, seit dem 27.12.2020 werden neuartige Medikamente an den Bevölkerungen verabreicht. Das hat damit aber nichts zu tun. Nur eine Korrelation. Klar, zum Glück! Diese Medikamente ziehen ja nur bei jeder einundsechzigsten Verabreichung einen Arztbesuch wegen Nebenwirkungen nach sich. Das ist also das einzige, was in diesen unsicheren Zeiten sicher ist, dass diese Mittel sicher sind. Puuh, wenigstens die.

Veröffentlicht unter Politik & Medien, Satire/Polemik | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Erkältung

Kanonenfleisch

Die Verwirrungen laufen Kreise. In den Verwirrten. Und diese, drehen sich um sich selbst. Übertragungen und Wunschdenken ersetzen scheinbar naturgesetzlich weite Teile der kognitiven Realitäten diverser Zeitgenossen in Politik und Medien. Ist ja nicht schlimm, mag man denken, jeder Mensch hat schließlich das Recht darauf, zu verwahrlosen. Mag man denken, passt hier aber nicht wirklich, weil nicht nur die, die die Realität verweigern, fallen werden, sondern auch die, die in deren Nähe sich befinden und nicht klar entschieden haben, den Verwirrten nicht in ihre jeweiligen Abgründe zu folgen. Mit Nähe kann so etwas gemeint sein, wie im selben Land leben. Obwohl, vielleicht ist hier ein Fehler im Narrativ, da es doch gelegentlich als vorteilhaft gilt, im Auge des Sturms sich zu befinden.

Abwarten.

In einem Workshop, welchen ich so etwa im Jahre 2030 mal begleitet haben werde, lernte ich anschaulich, dass es einfacher ist, Andere mit in den Abgrund zu ziehen, als Jene, welche in den Abgrund wollen, daran zu hindern, in diesen zu wollen. Anschaulich deshalb, weil der Workshopper einen Teilnehmer sich auf einen Stuhl stellen ließ, welches diesem eine erhabenere Perspektive ermöglichte und ihn bat, ihn, also den Workshopper, zu sich nach oben zu ziehen. Wir wissen, wie so etwas ausgeht, oder? Niemand zieht in diesem Fall einen anderen mit nach oben, doch den scheinbar Erhabenen vom Stuhl runter zu ziehen, ist um ein Vielfaches leichter.

Was folgt daraus?

Ich jedenfalls werde in bester selbstliebender Manier, mich zu denen, die sich auf Stühle stellen lassen und schwadronieren, sie wollten eigentlich eine Art Schlaraffenland für Alle etablieren, wurden dabei jedoch von einem Virus und einem gemeingefährlichen Bären gestört und müssten nun zwangsweise eine künstliche und albtraumhafte Mangelwirtschaft für fast Alle etablieren, in einen respektvollen Abstand begeben. Mangelwirtschaft natürlich nicht für sich selbst, obwohl, auch hier eventuell ein Fehler im Narrativ, denn, sicherlich treffen die Entscheidenden vor allem auch sich selbst, da die geistige Armut und die Benefiziantenmentalität eben auch ihre eigenen Kinder frisst.

Die dadurch jeweilig entstehenden multiplen Persönlichkeitsabspaltungen, sollte man nicht schuldig machen, für die Handlungen, der Persönlichkeiten-Träger. Wir sollten für alle und alles Verständnis haben. Was diesbezüglich als sicher gelten darf: In der Vergebung, liegt des Menschen größte Errungenschaft. Es wird viel zu vergeben sein, wie wir täglich lesen und es wird mehr und mehr. Das schließt übrigens nicht aus, dass Handelnde die Verantwortung für ihre Handlungen tragen.

Warum heißt dieser Text eigentlich Kanonenfleisch?

Wenn wir davon ausgehen, dass die uns über die Medien erreichenden Worte und Bilder, einzig zu einem Zweck an und in uns gelangen sollen, eben der ängstigenden Verunsicherung wegen, sollten wir uns nicht zum sprichwörtlichen Kanonenfleisch wandeln. Wenn die sich verheizen wollen, sollen sie es, doch wir müssen ja nicht alles mit gestalten. Manchmal reicht es, abzuwarten. Ist sowieso ein Irrglaube, dass man schnell und ständig handeln müsse. Glauben wir doch besser an uns selbst, als an das, was von den reichlich verwirrten und medial-bewaffneten Persönlichkeitsabspaltungen, in unsere Richtungen geschossen wird.

Die sind doch eh in der Auflösung begriffen, oder?

Veröffentlicht unter Politik & Medien, Satire/Polemik | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Kanonenfleisch

Extremistende

Irgendwann im Mai 2022 fuhr ich mit dem Rad aufs Land. Bioland-Hühnereier kaufen. Es ging durch Huchting und Moordeich bis Varrel. Möglichst durchs Grüne…dieses Wort, hmmm. Während der Fahrt ging mir ein Reim durch den Kopf, den ich vor mich hin sang:

In meinem neuen Kopf, spielen alte Geister Schach und immer der, der verliert, der lacht, lacht, lacht!

Wahrscheinlich, weil er durch das Verlieren lernt. Wenn Geister überhaupt etwas zu lernen wünschen oder überhaupt das Wünschen mögen. Während ich so reimte und radelte, sah ich in Moordeich, an einer Haltestelle der öffentlichen Verkehrsbetriebe, folgendes Plakat:

Das ließ mich meinen tollen Reim erst einmal vergessen. Ich hielt an und fotografierte während ich zählte. 25 Monate Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln? Die Zeit pennt, wie man so oder ähnlich zu sagen pflegt. Auch im Ausnahmezustand. Niedersachsen und die Welt im Ausnahmezustand. Bremen also auch. Wie frei wir doch sind! Von dieser Saat werden wir noch lange Unkraut ernten und sie zogen aus, um Wolle zu machen, kamen jedoch geschoren zurück, waren nun so prosaische, halb-geklaute Inhalte meiner Gedanken. Inhalte ohne Reime.

Entdecken Sie in sich selbst, wie das zu deuten ist. Verfahren Sie ebenso mit textlich Folgenden.

In Zeiten der Verharmlosung dessen, was einst als das Übelste galt, durch große Teile der Politik, der Medien und deren Konsumenten, den Antisemitismus nämlich (oder Rassismus, Nazismus, Versklavung, Völkermord etc.), muss man deutlich darauf hinweisen, dass wir weniger beschuldigen sollten, als viel mehr uns austauschen. Allerdings nicht mit den Geheimdiensten und anderen Propagandisten, nein, besser nicht mit denen. Menschen, die auf die Straße sich begeben, um mit dem Grundgesetz in der Hand oder im Kopf spazieren zu gehen, oder Menschen, die sagen, wir sollten mal über dialogisierte Verhandlungen und Frieden nachdenken und weniger darüber, die Rüstungsindustrie zu mästen, als grundsätzlich antisemitisch einordnen zu wollen, grenzt an einer solchen Dummheit, dass es schon wieder schlau ist, da es ja Propaganda ist und damit wohl durchdacht geschieht. Wohl durchdacht! Mit all den Toten, auf allen Seiten, wohl durchdacht.

Staubschutzmasken?

Ich finde es immer noch unglaublich, dass wir Menschen davon träumen, uns mittels dieser Utensilien vor Krankheit schützen zu können. Ich dachte, Viren wären in einer Größenordnung anzusiedeln, welche es ihnen erlaubt, sich in oder besser mit Aerosolen zu „bewegen“. Wovon beschlagen unsere Brillen eigentlich, wenn wir diese Teile tragen? Oder auch: Wenn etwas zwei Jahre nicht funktioniert, warum dann ein drittes Jahr dran hängen? Immer wieder dasselbe zu tun und dabei ein anderes Ergebnis als das bisher Erreichte zu erwarten, erscheint mir auffallend pathogen. Es wird auch dann nicht funktionieren, wenn wir es hundert Jahre in dieser Art üben. Selbst dann nicht, wenn wir Alle es nach den Vorschriften ausführten, nach welchen medizinisches Personal diese Dinge verrichtet. Selbst dann nicht, wenn wir uns alle zwei Stunden eine neue aufsetzten. Selbst dann nicht, wenn wir alle dies desinfiziert und mit künstlicher RNA behandelt verrichteten. Selbst dann nicht, wenn wir dabei alle kniend beteten und uns für unsere Lebendigkeit beim Universum bedankten…obwohl, dann vielleicht…

Naja, was weiß ich denn…eventuell stimmt das ja gar nicht. Doch, das stimmt!

Bei diesem Masken-Thema, ich weiß, ich kann nicht so wirklich gut loslassen, denke ich schnell und ungern, an die regionale Bio-Supermarktkette. Hier besonders an die Filiale in der Pappelstraße. Für die Nicht-Regionalen unter den Lesenden, sei hier angemerkt, dass es sich um eine Straße handelt, in deren Umgebung Lehrende und allg. Pädagogende, Therapeutende für Lebenskunde, Betreuende, Studierende, Verwaltende und viele „endende“ mehr leben, welchen man eine besorgt alternative Lebensweise zusprechen könnte. Dazu gleich mehr.

Erstmal dies:

Die Straße: Es gibt Cafés, eines davon total gelb und birdy, einen Floristen, ein Reformhaus, zwei Delikatessengeschäfte, mit faszinierender Preisgestaltung, einen Buchladen, zwei Modeläden, einer für Oberbekleidung, einer für Unterbekleidung, Backwarenverkaufsstellen, ein Immobilienbüro, Wäscherei und Schneider, einen Teeladen, sehr nette Menschen dort, wochentäglicher Wochenmarkt, den ich saisonal zu schätzen weiß und eine fundamentalistisch geführte Naturdrogerie, die ich meide. Eine Eisdiele, Tabak-Lotto-Shop, Rewe, Rossmann und besagter Bio-Supermarkt tummeln sich auch noch dort und gefühlt, zehn Friseurstubinnen. Auf dem Wochenmarkt arbeiten die Menschen mehrheitlich nicht vermummt, die am Bioland-Stand ausgenommen, die bedienen ihre Kunden gerne vermummt. Junge, gesunde Menschen, sehr und äußerst vertrauenswürdig. Auch schon seit 26 Monaten? Ich zähle und frage lieber nicht. Wird auch weniger die letzten Tage.

Zurück: Könnte man eine besorgt alternative Lebensführung zusprechen, nicht sollte.

Genauer betrachtet, sieht die Alternative nicht sehr alternativ aus. Die Besucher dieses Bioladens sind offensichtlich schwer damit beschäftigt, sich so ganz und gar schützen zu wollen. Total sozusagen. Und dazu gehört unnatürlicher Weise auch, beim Einkauf freiwillig eine Staubmaske zu tragen und alle, die dies nicht wollen, weil sie in dem Schutz eher einen Schaden sehen, bekommen dies auf diversen Ebenen zu spüren. Da wird dann extra großer Abstand eingefordert und gehalten, böse Blicke inklusive, vor allem, wenn man frech und antisozial auch noch dreist in bar bezahlt, gerade so wie beim Schnorrer an der Ecke. Also, ab und an, nicht immer, nicht alle. Klar! Radikale gibt es überall. Die meisten dort sind doch eher mit sich selbst beschäftigt und knautschen sich diesen Kunststoff mittlerweile aus Gewohnheit freiwillig ins Gesicht. Man will richtig sein! Es richtig machen. Oder man hat wirklich Angst und die wenigen übriggebliebenen Freunde trauen sich nicht, den Ängstlichen mitzuteilen, dass diese Teile keinerlei bis gar keinen Schutz bieten.

Nach wie vor finde ich es jedoch auch interessant, dass Menschen, die busweise teure Biolebensmittel einkaufen, sich freiwillig diesen Plastikmüll ins Gesicht drücken und dann schwer atmend die Aerosole an den Seiten entlassen und sich an den ansammelnden Pilzen und Bakterien laben. Auch und vor allem bei 25 Grad Celsius. Vielleicht auch bei 30? 35?

Naja, muss ja Jede und Jeder selber wissen, oder? Also, mit Blick auf das zu schützende Gesundheitssystem, meine ich…ach egal.

Das Bezahlen in bar jedenfalls wird nun wieder gängiger, da die Technik sich anfällig für Störungen zeigt und es wird deutlich, dass ein materielles Zahlungsmittel doch Vorteile in sich birgt. Die Störung ist mittlerweile der Normalzustand und die ganzen Gestörten sind dann ja wohl die Normalen. Die Neurose ist eine gute Charaktereigenschaft und die Psychose birgt die Möglichkeit des totalen Aufstiegs bis hin zu Philanthropenden. Wie ketzerisch und undankbar! Ohne Strom wird es sowieso dunkel, auch beim Bezahlen mit Karte. VISA, Master, Pay Pal, etc. alles tolle Sachen, doch nicht aus sich selbst heraus, vor allem dann nicht, wenn man es sich mit den Energielieferanten verscherzt und die Kundenden einfach immer weiter ausraubt. Man muss auch abgeben können, davon wissen diese Konzerne allerdings nichts. Ich habe gehört, man sollte in Salz, Zucker, Alkohol und Tabak investieren, damit man etwas zum Tauschen bereit hat. Vielleicht auch Kaffee und Tee? Kekse?

Nochmal Staubmaske: Ehedem las ich: Menschen ohne Gesicht, sind keine Menschen!

Ich weiß nicht, wo ich diesen Satz las. Irgendwas mit Propaganda und der Steuerung von Menschenmassen oder Kritik daran. Menschen mit Maske ähneln Piktogrammen. Denen begegnet man nun auch nicht unbedingt mit Empathie. Und gerade letzten Donnerstag war ich bei einem Vorstellungsgespräch in einer KiTa und auch da läuft der Wahnsinn einfach weiter. Der erste Satz der Einrichtungsleitung war, es gäbe Personalmangel, das könne sie nicht leugnen, die Menschen seien krank, haben Covid, dreifach geimpft, es sei unglaublich und eine Kollegin sei auch noch schwanger. Ich wollte antworten, das wundere mich nicht, diese künstliche RNA schütze ja offensichtlich nicht vor besagter Erkrankung. Allein, ich murmelte nur, dies sei wirklich absolut unglaublich, also wirklich nicht zu glauben. Somit saßen sich zwei Gesichtslose gegenüber und redeten darüber, wie sie das Wohl und die Würde der schutzbefohlenen Kinder pflegen können, während die Millionärseltern Schlange stehen, um mal eben was zu besprechen. Eine Atmosphäre der Angst und Kontrolle seit über zwei Jahren. Arme beteiligte Menschen. Es tat weh, dort zu sein. Massiver Druck von allen Seiten und dazu auch noch ein ohnehin anspruchsvoller Erziehungsplan. Nebenan ist ein Haus der hiesigen Heimstiftung mit vielen Menschen, die dement sind. Ich erfuhr, dass das die Grundstücke verbindende Gartentor im Hof, welches vor 2020 offen stand und ein reger Verkehr zwischen Kindergarten-Menschen und Wohnheim-Menschen statt fand, 2020 geschlossen wurde und immer noch geschlossen ist. Warum immer noch, meine Frage. Aus Angst davor, dass ein Covid-Fall im Altenheim auftrete und die Kindergarten-Menschen die Schuld bekämen und Angehörige diese anzeigen könnten. Das ist unterirdisch. Da will und kann Mensch nicht arbeiten, ohne sich selbst zu verletzen. Das ist absurd.

Ausdruckslos lebt es sich einfacher? Wenn man schon ausdruckslos durch die Welt tingelt, kann man auch Kinderimpfungen veranstalten und sich sozial engagiert nennen, so wie das DRK, der ASB und die Johanniter und viele andere es taten. Wir werden viel zu verzeihen haben, hörte ich einst, viel zu verzeihen.

Ich fange bei mir an und verzeihe mir alles!

Extreme-Grüne

Nochmal zur Straße: Gehen wir unbewiesenermaßen davon aus, dass hier in dieser Straße, diesem Viertel, reichlich die Extreme-Grüne gewählt wurde, passt es im Ergebnis wieder. Da eilen ja offensichtlich nur noch kognitive Extremisten, achnee, Extremistende hinterher. Jedenfalls: Von den 60.490 Stimmen, welche im September 2021 in Bremen für die Extreme-Grüne abgegeben wurden, sind geschätzt, grob, fast alle Stimmen aus diesem Viertel. Das dort, also in diesem Viertel und Umgebung, nur schätzungsweise 45.000 Menschen leben, verstärkt das weiter oben behauptete. Die anderen drei Extreme-Grüne Wähler kamen vielleicht aus Borgfeld und zwei aus dem Steintorviertel, das Viertel aller Viertel…halt…wenn ich jetzt allerdings darüber nachdenke, was ich da behauptete, weiter oben, glaube ich, dass im Steintorviertel viel mehr Extreme-Grüne Wähler leben. Da müsste ich wohl jetzt wirklich mal Recherche betreiben, um da weiter zu kommen.

Lieber nicht!

In Bremen ist für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau auch ein Mensch aus der Extremen-Grünen tätig. Die Bäume fallen im Sekundentakt. Das hiesige Kleingartenviertel sah über den Herbst und Winter aus, als wäre es kastriert worden. Schlachtfelder allenthalben! Witzig ist diese Verrohung nicht. Da sollte Mensch auch drüber reden. Schön ist allerdings zu sehen, wie die Natur in ihrer eigenen Art, vieles davon wieder mit ihrem politfreien Grün bedeckt, doch manch ein Schaden, wird auch in dreißig Jahren noch sichtbar sein. Die neue Riege der Extremen-Grünen klopft auf unbedingte Individualität, arhythmisch natürlich, nur im Gender-Dasein, nicht bei potenziell tödlichen Medikamenten, die sollen gefälligst in Alle gespritzt werden, wer stirbt oder sich verletzt, ist halt ein Antisemit und Rassist oder Verschwörungstheoretiker. Danke für die tollen Fotos, Frau (ist das schon eine Beleidigung?) Lang.

Bremen ist ein Bundesland der Richtig-Machenden. Fast alle mit der künstlichen RNA behandelt. Hohe Millionärsdichte, bei gleichzeitig exorbitanter Prekariatsdichte. Ein Millionärende macht tausend Armende, oder wie war das noch?

Die zeitonline macht auch alles richtig. Da gibt es einen Artikel, in dem festgestellt wird, dass die Menschen, die Russland einst mochten, ihm treu waren, es nun und mittlerweile jedoch lieber hassen mögen. So kann es gehen, denke ich, gestern mochte man Russland noch und war diesem treu und plötzlich fällt es einem ein und man fängt an, es zu hassen. Ein durchaus normaler Vorgang. Jedenfalls für bei zeitonline Schreibende.

Hass?

Was das wohl für ein Hass ist? Wie der wohl entsteht? Birgt dieser Hass eine Genese? Nein, sicher nicht. Wir hassen einfach adhoc das, was uns so hingestellt wird, was hassenswert ist. In der Übertragung (des Selbsthasses oder des Stellvertreterhasses) wird das Hassobjekt gesichtslos, entmenschlicht, dämonisiert, zum Piktogramm und wir bekommen die mediale Notdurft vorgesetzt, in der wir stochern und etwas finden, das gerade dran ist, gehasst zu werden. Und, das macht es noch toller: Das, was man als Super identifizieren soll, wird auch gleich mit in uns hinein entleert. Der Hass muss natürlich in die Ferne projiziert werden, so kann man sich ganz nett in der Nähe dem Stockholm-Syndrom hingeben und das Fallbeil schärfen, was einem bald den Kopf vom Leibe trennen wird. Ist doch auch wirklich besser, von einem scharfen Fallbeil geköpft zu werden. Stellen Sie sich das unschöne Bild vor, welches ein stumpfes Fallbeil lieferte.

Außerdem: Sind doch alle ganz nett hier! Ganz nett hier.

Also lehnen wir uns doch zurück und lieben die 24-Stunden-Hassminute. Bloß nicht denken, daraus entsteht nichts Gutes. Eigene Gedanken sind Verschwörungstheorien. Erlauben wir auch den anderen Menschen nicht, eigene Gedanken zu formulieren. Fabulieren wir lieber! Worüber soll man auch denken? Es gibt nichts in der Geschichte, was wir wissen müssten, um aktuelle politische Lagen zu beurteilen, um, sagen wir, eventuell Neutralität zu erlangen.

Neutralität?

Neutralität ist Feigheit! Pazifismus ist asozial und Krieg-Wollen, ist Grün, Rot, Gelb, Schwarz, also irgendwie dann wohl so, sagen wir: Braun!

Diese Botschaft darf niemals infrage gestellt werden: Das Thema ist zu komplex. Wir können es selbst nicht einordnen. Lies oder besser, höre die Zusammenfassung. Denke nicht an Fahrenheit 451, lieber nicht. Nach der Zusammenfassung sieh Dir die blitzgescheit-witzige Serie „Diener des Volkes“ in der arte-Mediathek an oder eine politische Doku und natürlich Nachrichten beim Ersten und Zweiten und Dritten. Wähle auch gerne die anderen medialen Waffenbrüder im Geiste. Mehr braucht es nicht. Achja, doch, geh arbeiten und zahl Steuern und friere dich warm! Wir müssen noch mehr Waffen für den Frieden, der sicher jetzt bald mal da sein wird, nur noch diesen letzten Akt der Steuergeldverschwendung und es wird so weit sein, bezahlen. Bis im Herbst dann wieder eine neue Welle von der vermeintlichen Front auf den Bildschirm gezaubert wird…und irgendwo sterben Menschen durch diese Waffen und Medikamente, aber dafür kann ja Keinende etwas, natürlich nicht, auch die Herstellenden nicht, nicht die Lieferanten, nicht die Versendenden, nicht die Verabreichenden, nicht die Entscheidenden, nicht die Bezahlenden, also wir, nein, wir können da nichts dran ändern, nein-nein…währenddessen hat Russland längst den Krieg gewonnen und die benötigten Schutzgebiete erobert und gesichert.

Eine weitere Extremistin der zeitonline kommentiert zur Krise gerne, oder auch nicht, vielleicht mag sie ihren Job gar nicht, dass es so etwas wie Neutralität nun nicht mehr gäbe. Kognitiv-Pyromanin! Das bedeutet also, dass Alle sich für eine Seite entscheiden müssen? Kann mir jemand sagen, welche Seite die Richtige ist? Eigentlich hatte ich die Gedanken für diese Frage in den obigen Abschnitten schon angedeutet. Ich versuche es trotzdem nochmal anders.

Muss ich jetzt Natoversteher werden, Russenlandhasser, respektive Russlandliebhaber oder Faschist? Muss ich Boxen gut finden? Muss ich Oligarchen-TV-Serien gut finden? Muss ich Waffen für Alle gut finden? Muss ich lügende Medien-Macher feiern für ihre Lügen? Muss ich jetzt sagen, es ist völlig okay, dass acht Jahre die östliche Ukraine beschossen wurde? Es ist völlig okay, dass in Kiew die Bevölkerung bewaffnet wurde, damit es aus russischer Sicht, keine Zivilisten mehr dort gibt? Muss ich glauben, das die USA nur gutes im Sinn haben, wenn sie fern ihrer eigenen Landesgrenzen die europäischen (oder andere) Länder in Aufruhr versetzen und Kriege provozieren? Welche Firmen fördern eigentlich das Öl in der Ukraine? War da was mit Shell und Exxon oder anderen? Muss ich etwa Faschisten gut finden, wenn diese aus der Ukraine kommen? Müssen die Lehrenden, die beim Biosupermarkt einkaufen, jetzt Inhalte in der Schule aus der Serie des Herrn Selensky und seiner Oligarchenführer unterrichten? Um was zu lernen? Vielleicht das Dienen? Dem Volke dienen lernen? Dem eigenen Vaterlande dienen, welches uns in den Krieg schickt und selbst zuhause bleibt?

Ein Urteil auf einem Denkmal auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg: „Ehrenvoll ist der Tod fürs Vaterland.“ Als würden Vater- oder Mutterländer Krieg führen, wir wissen doch, wer Krieg führt, es war nie anders: Kapitalisten, Geheimdienste und Regierungen, alles andere sind nur Scharmützel im kastrierten Kleingarten!

Was zum Nachdenken: Demütigen ist nicht das gleiche wie Demut. Soso!

Dem Volke dienen könnte man auch bei der Extreme-Grüne Oberhäuptin studieren, die mit einem Filmteam durch das östliche Europa bummelte, um dramatisch aussehen zu lernen. Dramatisch nur, dass ihr Spiel so schlecht ist, dass wir bei ihr nichts lernen können, weil sie ganz offensichtlich auch rein gar nichts hat, dass sie lehren könnte. Es gibt Menschen, das muss man so benennen, weil es sich hier so wunderbar zeigt, geradewegs offenbart, die haben nichts zu geben, nichts zu teilen. Die behalten einfach alles für sich und tummeln hunzend herum und herum, in verdrehter moralischer Glaubensmanier, sie erledigten irgendwas allgemein Wertvolles oder Tröstendes auf diesem Planeten. Kann ihr mal jemand sagen, dass mit Waffen Menschen getötet werden. Ethische Abgründe. Krieg ist die Hölle. Propaganda ist Krieg. Propaganda ist die Hölle. Die Extreme-Grüne ist auch die Hölle. Bitte, geht irgendwohin, einfach weg und nehmt doch bitte auch die Anderen mit. Alle, mit denen ihr zusammen braun sein könnt!

Vielleicht sollten wir doch Trump einen Tweet senden, ob er den Job hier übernimmt? Schade nur, dass wir nicht viel bezahlen könnten, weil alles Geld bei den Giftmischenden und den Waffengeschwistern sich mittlerweile stapelt.

Das mit Trump ist übrigens ironisch gemeint.

Wähle eine Seite? Ich versuche mir lieber meine Neutralität zu bewahren. Jedenfalls so lange es geht. Wenn ich mich dann entscheiden muss, will ich irgendeine Seite, auf der die Bellizistenden nicht vorkommen.

Wenn ihr in den Abgrund wollt, springt alleine!

Veröffentlicht unter Gedanken zu C, Satire/Polemik | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Extremistende

Fit für den Krieg (2018)

Ein Foto, in der Mitte eine Frau mit Propaganda im unsichtbaren Gepäck.

Links und rechts, Männer mit Helmen auf den Köpfen und Waffen in den Händen.

Ein Panzer direkt dahinter, er dient als Kulisse gebende Leinwand.

Aufgenommen in Afghanistan.

Dort wird die westliche Idee des Friedens verteidigend verbreitet.

Stabilität, wie wir sie kennen, ein klares Bild für Gut und Böse.

Versteckt hinter einem Lächeln, das zwar als falsch erkannt,

doch immer noch fähig, zu töten ist.

So zierlich die Fassade,

dahinter die Produzenten, die Leoparden, die Räuber, die Beutegreifer,

die den Tod vergolden und dafür als gute Unternehmer geehrt und subventioniert werden. Fabriken mit ehrbaren Arbeitern, die Dinge herstellen, die, ja, Dinge für des Jeweiligen Jenseits.

Wer ist wer und wer ist was?

Fit für den Krieg – die polemische Überschrift.

Made in Germany, hier nur ein tödliches Gift.

Veröffentlicht unter Ältere Texte | Kommentare deaktiviert für Fit für den Krieg (2018)

Kohlenklau

Was reimt sich auf Kohlenklau? Genau: Kadaverschau!

Die Tür der Tram öffnet sich langsam. Zwei Jahre nach dem Bilde aus Bergamo, steige ich aus. Raus aus der Tram, in die ich in Wirklichkeit gar nicht eingestiegen war. Runter vom Pferd, welches mir gesattelt gesandt, ich jedoch nie bestieg.

Oh, diese Metaphorik und mittlerweile gibt es Krieg.

In Europa.

Das erste Mal seit 1999, glaube ich.

Faschisten sind dabei. Ukrainer und Russen auch. USA mit ihren Nordatlantikverpackten und andere arme europäische Weltenbürger ebenso.

Wer weiß, wer daran wieder die Ursache mittels diverser Zeigefinger den Anderen zuweist. Der P. war und ist es! Nein, die U. und der S. und der K. waren es und die von der N. waren es auch und jedenfalls, die Faschisten, die Regierungen und die Medien sind schuld! Oligarchen und Philanthropen aller Länder vereinigt euch! Auch der eine Dirigent in München ist es. Eine Geigerin und, natürlich, die russische Wodkainvasion, die seit Jahrzehnten hier im Westen, bei uns Guten, unbemerkt aber dennoch verheerend, ihr Unwesen treibt. Russisch Brot ist auch nicht zu trauen! Das große Thema Schuld hoppelt herum und das in Dunst gehüllte Reinwaschen hat begonnen. Doch fast alle haben schmutzige Hände.

Wer trägt die Schuld?

Immer die Anderen!

Sicherlich nicht die Rüstungsindustrien, die haben ja kein Interesse an so was. Sicherlich niemand, der oder die an Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Geld verdient oder verdienen. Gain of function oder andere die Menschheit vergiftende Forschungsprojekte in geheimen Laboren auch nicht. Vor allem die Betreibenden der geheimen Labore nicht, für die die Nato die Schlüssel besitzt. Die dienen ja sowieso nur der Erhaltung des gemeinen Menschen und deren guten Lebensstandards…weiter unten mehr.

Fragezeichen.

Die Nato also nicht, der Westen en bloc nicht, den trifft niemals an irgendwas die Schuld, das ist ein Naturgesetz. Nein, die alle somit nicht! Das wäre auch zu kostengünstig gedacht. Und so billig sind wir natürlich nicht, wir rufen lieber, der Krieg solle beendet werden und liefern Waffen, um den Krieg lebendig zu halten. Schreien wir also laut und deutlich: Waffenstillstand, sofort! Und: Hier sind die Waffen dafür. Man muss ja was haben, das stillstehen kann.

Diese Art politischer Rhetorik führt offensichtlich dazu, dass Hunderttausende durch die deutsche Hauptstadt schlurfen und halb maskiert Frieden fordern, während im Bundestag nebenan der Wille zum Krieg, natürlich nur zur Verteidigung, issja klar, formuliert wird. Bei KMW, RmD und HK tropft es sicherlich schon irgendwo. AktionärInnen freuen sich. 100 Milliarden zusätzlich für die Bundeswehr. Helau!

Unser Wille zum Frieden scheint mir so gewaltig, dass wir vor lauter Gewalt, den Frieden nicht finden.

Und mal ehrlich, so viele Zeigefinger habe ich gar nicht, wie ich hier die Schuld zuweisen möchte! Mal abgesehen von den merkwürdigen ukrainischen staatlichen Waffenverteilungen an Teile der Bevölkerung Kiews, übrigens die Mutter aller russischen Städte. Die schaffen einfach die Zivilisten ab, jede und jeder könnte als bewaffnet gelten.

Ein Zitat: „Sie muss ein Klavier sein, auf dem die Regierung spielen kann.“

Wer hat dies wohl über die Presse im Jahre 1933 gesagt oder gebrüllt? Wir sollten nicht alles gleichsetzen, doch der Vergleich sollte erlaubt sein und wenn ich mir die deutsche und europäische weitgehend geduldete Zensur in großen Teilen der Presse ansehe, höre ich schon die Tasten klappern und die Töne klingen. Nicht wohlklingend, nur atonaler Klangschrottteppich, der uns zu bedecken versucht. Ob es jedoch die offizielle Regierung ist, die da klimpert, weiß ich nicht.

Und der Spaziergang, Herr Präsident? Der hat doch nun, im Gegensatz zu Ihnen, seine Unschuld wieder, oder? Ihr gesitteter Zug ist längst abgefahren und es wird Ihnen geschichtlich und Ihr Karma betreffend nicht helfen, dass sie eine 100% Bahncard in der Tasche haben und behaupten, der Zug sei nicht planmäßig abgefahren und Sie hätten ihn nur verpasst.

Zurück zum Eigentlichen, dem Ausstieg aus der Tram. Beim Aufsetzen meines linken Fußes, welcher bekleidet mit ledernem, urbanem Schuhwerk, auf eine Staubmaske, welche einer toten Ratte gleich auf dem Asphalt sich liegend befindet, denke ich über die Bedeutung der Bilder der vergangenen zwei Jahre nach. Die Maske schnellt mittels Sohlenschwung unter die Tram und landet auf der Schiene. Wenn es ihr dort zu hart wird, kann sie sich ja eine Weiche suchen, denke ich schenkelklopfend und gebe freudig ein merkwürdiges Bild ab.

Allein, mich beachtet dabei keiner.

Also sehe ich mich um. Ich sehe ein Plakat. Ich sehe viele Plakate. Es werden medizinische gen-basierte Behandlungen angeboten. Der letzte Schrei! Ein Angstschrei. Alle machen mit: Krankenkassen, Medien, Autoindustrie, Ämter, Künstelnde und V.I.P. Philosophende und V.I.P. Welterklärende, Ethikratende sowieso, Banken, Restaurants, Kirchen, Stadtwerke und selbst der Hühner-Maik an der Ecke und so ziemlich und fast Jedende, die in irgendeiner Formende etwas davon habende, sich besinnungslos zu gerierende.

Sie werben für die eigentlich zu reklamierende pharmazeutische Goldgrube. Wir Alle sollen etwas davon haben, und zwar Gesundheit, werden jedoch immer kränker, zusammen mit den Wenigen, die natürlich viel mehr haben wollen, sollen, müssen. Eigentlich sollen die meisten nur geben und möglichst wenig bekommen, oder etwas bekommen, was sie eigentlich nicht benötigen oder überhaupt nicht haben wollen und dafür sollen sie auch noch Danke sagen und bezahlen. Das Danke ist jedoch nicht zwingend.

Mein bevorzugter Florist spielte auch mit, hat sich richtig Mühe gegeben. Investiert, in und mit Visier und Doppel-Maske, Plexiglasscheiben und diversen Desinfektionsmitteln, Doppelbehandlung plus Detonator (Auffrischung) und natürlich hat dieser auch die Lockdowns erduldet und seine Mutter einsam sterben lassen. In der letzten Videobotschaft an seine geliebte Mutter, zitierte er Frau Merkel, Abstand sei die neue Nähe. Nur, mal ehrlich, mit einer Regierung, die Besucherzahlen bei Geburtstagen, Beerdigungen, Geburten und Hochzeiten etc. begrenzt, ist halt kein Blumentopf zu gewinnen als Florist. Genutzt haben seine Bemühungen also nichts, der Laden schloss Ende März. Auf Wiedersehen, ihr schönen Gräser!

Vielleicht gibt es ja bald eine Plattform-Alternative?

Diese besagte von öffentlichen Geldern finanzierte Behandlung scheint jedoch für Menschen mit Anpassungsschwierigkeiten und fehlerhafter Einschätzung persönlicher Rechte, nicht geeignet. Nein, für die ist das nichts!

Eine wirre Art Goldgräberstimmung herrscht bei einigen debil Verwirrten, die durch die Medien tingeln und viele maskierte Verwirrte, zum Beispiel diese, hier vor Ort, mitten in der Stadt, lassen sich verwirren und verwirren sich zunehmend selbst. Auch derangiert, die knapp über 220 Verwirrten des Bundestages, die an Entwürfen bastelten und wohl immer noch basteln, welche bereits im frühen Mittelalter als obsolet galten. Macht mal das Licht an, möchte man denen zurufen. Alle Lampen an, keiner Zuhause! Eine Entwirrung würde auch Licht in diese und andere Verwirrte und in die allgemeine Verwirrung bringen.

Doch auf solche Ideen kommt man nur, wenn man klar denken kann. Was in verwirrender Weise, schwierig sich gestaltet, mit Staubmaske vor Mund und Nase und Angst im ganzen Körper. Den Rest bekommen wir dann durch medial und mittels Verordnungen getriebene Hetzjagden. Welche natürlich gar nicht statt finden, nicht dürfen, wir leben ja in einem freien Land, ist alles nur eingebildet. Derweil wird zensiert, was das Zeug hält. Natürlich auch das nur, um unsere Freiheit zu verteidigen. Es gibt keine Ungleichbehandlung, bei uns haben es alle Untertanen gleich schwer.

Keine Ungleichbehandlungen? Doch gibt es, höre ich da jemanden im Bundestag handkantenschlag-gestikulierend rufen (unke-unke ich bin der Funke) in Russland und in anderen Dritte-Welt-Läden, gäbe es enorm viel Ungleichbehandlung. Das müssen wir ändern! Sonst müssten wir uns ja jetzt wirklich mal mit uns selbst und unserer neueren Geschichte beschäftigen.

Bisweilen, so habe ich gehört, kann es zur Entwirrung auch hilfreich sein, wenn Menschen außergewöhnlich großes Leid aufgrund ihrer Handlungen erfahren. Scheitern mit dem bisherigen Rezept, birgt die Chance, nach anderen Ideen und neuen Zutaten zu suchen, andere Gedanken zu bemerken und neue Handlungen zu erwägen und manchmal auch auszuführen. Das gilt sicherlich für uns alle.

Hier geht es nicht um Rache, denn die ist sauer, wie wir von Herrn Orwell wissen.

Zurück zum Stadtbild: Vor und neben den Plakaten, Menschen, die wohl teilweise sich schon verändert haben und immer wieder auch solche, die sich nicht verändern. Wir streben zusammen und gleichzeitig auseinander. Etwa so, wie ich denke und schreibe oder wie Hitchcock seine rückwärts gerichteten Kamerafahrten mit gleichzeitigem vorwärts gerichteten Zoom verbunden hat.

Ich stehe so da und beobachte. Nicht ganz so, wie ich es einst lernte, in einer meiner Ausbildungen. Ich interpretiere das Beobachtete sofort. Ringe nicht nach Objektivität, sondern strebe nach der totalen Subjekthaftung. Klebe also an mir selbst, nur meine Meinung zählt und ich denke, ich sollte in den Bundestag, die machen das dort alle so. Dabei lächele ich ein wenig. Wir vergessen so schnell! Doch, kann Meinung denn auch Wahrheit sein? Meine schon, ruft es in mir. Ist das hier wichtig? Nein! Es kann vorkommen, dass Meinung auch gleich Wahrheit ist, doch die erkennen wir Menschen nicht. Mit unserer eingeschränkten Epistemologie (oder wie das heißt), reicht es immer nur zu einer gewissen Erlangung einer Erkenntnis über eine in Frage zustellende Realität. Einer möglichen Teilwahrheit. Eine Realität gilt aber nicht für uns Alle. Wir haben sicherlich diverse, äußerst vielfältige Realitäten. Die Wahrheit jedoch, die gibt es nur einmal. Jetzt bin ich doch tatsächlich von meiner Subjekthaftung, wieder ins Allgemeine gerutscht. Frau Arendt sagte mal, die Wahrheit sei das, was der Mensch nicht verändern könne. Was sagt das aus, wenn wir an die reichlich vorhandenen Wahnsinnigen denken, die tatsächlich glauben, sie könnten alles verändern?

Letztlich wohl, dass sie kein Interesse an der Wahrheit haben. Das sollten wir uns merken!

Ein abgerissener Schnorrer, ich darf ihn so nennen und werte ihn dadurch nicht ab, erscheint mir als visuelles Objekt. Ich biete ihm fünf Euro an, als er mich anschnorrt, unter der Voraussetzung, er beantworte mir die Frage, ob er bereits die beworbene Behandlung an sich vollziehen ließ. Er bejahte redselig-nuschelnd, arrangierte verbal hinzu, es sei wegen der Tafel und der Nacht-Not-Unterkunft beim ASB, es mache vieles einfacher. Ach, wegen der Tafel! Ich denke, da es doch die Tafel gibt, brauche ich ihm ja nicht auch noch was zu überreichen. Diesen Gedanken verwerfe ich allerdings, da derselbe mir zu philanthropisch erscheint und viel zu SPD-isch und regierungsnah. Ich reiche ihm also den Schein, welcher trügt, ich sei ein guter Mensch. Wenn man sich selbst als guten Menschen bezeichnet, denke ich, läuft etwas grundsätzlich falsch.

Genau, daher auch der Irrglaube, aktuelle Philanthropen, Fondsradikale oder Forumbetreiber seien zu etwas allgemein Gutem aufgelegt.

Währenddessen erinnere ich mich an das Buch „Der Fall“ von Albert Camus. Nicht, dass ich es verstanden hätte, ich bin Amateur im Denken, aber etwas ist hängen geblieben. Dieser sich selbst betrachtende protagonistische Anwalt, der sich auf die Schliche kommt, als er bemerkt, er verrichtet nur Gutes, wenn jemand ihm dabei zuschaut. Er hilft einem Blinden über die Straße und lüftet seinen Hut, als Geste der Selbstverständlichkeit seiner Handlung. Doch für wen lüftet er den Hut, wenn doch der blinde Mann, ja, halt blind ist? Für die Passanten, die Zuschauer seiner Tat? Ich vermute in diesem menschlichen Bedarf des Gesehen-Werdens auch die milliardenfachen Betrachtungs- oder besser Beachtungswünsche einiger uns bekannter emphatisch reduzierter Tippelbrüder, welche sich mit dem griechischen Attribut des Menschenfreundes schmücken und sich feiern lassen, als würde auch nur eine Sekunde etwas Wohlwollendes in ihrem Denken anwesend sein. Jeder Straßenköter und jede Straßenköterin in Kasachstan hat mehr Fähigkeiten zur Empathie, als diese Figuren, die Menschen monopolisierend berauben, mit Gift und Galle um sich werfen und dann so tun, als würden sie etwas verschenken.

Vielleicht, naja, vielleicht täusche ich mich aber auch.

Sicherlich wären solche zombierten Figuren, in anderen Zeiten, nicht der Gedanken oder Worte wert, welche ich hier verschwende. Doch nun, nach über zwei Jahren Dauerwerbesendung, muss man darauf mit Bestimmtheit hinweisen. Corona Kadaverschau sozusagen! Ein Freund aus Jugendtagen, sagte in solchen Fällen gerne: Die sind schon tot, nur zu faul zum Umfallen! Als ich dann im Jahre 1984 „Zombies im Kaufhaus“ sah, wusste ich, was er meinte.

Da kam ja noch einiges über den Twitter, äh nein, Ticker. Jedenfalls hinein in meinen sinnlichen Erfahrungsbereich, schwuppdiwupp, so smart! Pommes im Stehen, Nachrichten im Gehen.

Die USA (plus einige mit ihr eng Verbündete) sollen, wie schon erwähnt, einige Labore in der Ukraine betreiben, welche nicht der Ukraine zur Rechenschaft verpflichtet seien. Hoheitsgebiet der USA also? In einem osteuropäischen angeblich souveränen Staat? Ist übrigens nicht der einzige Staat, das hat, so glaube ich, System. Woran soll dort geforscht werden? Gehen Sie auf die Suche und sehen Sie selbst. Es düngt mich, es sei eine Forschung, welche in den USA selbst nicht erlaubt und/oder nicht gerne gesehen werde, wohl weil diese Art der Forschung nur Gutes hervorbringen solle und man sich damit unbedingt und öffentlich feiern lassen wolle. Oder umgekehrt.

Und was soll eigentlich mit dem ganzen Geld finanziert werden, das gerade in die Ukraine gepumpt wird? Das Essen der Bürger und Bürgerinnen bestimmt. Klar! Die Wohnstätten. Ganz bestimmt. Da gibt es keine anderen Einrichtungen, die sich den Großteil dieser Steuergelder unter den sprichwörtlichen Nagel reißen wollen und können und werden. Ich wünsche eine nette Nagelbettentzündung. Vielleicht lernt man daraus, nicht immer so gierig zu sein, wenn es weh tut.

Niedlich finde ich übrigens auch, wenn der rassistische Bürgerschreck von Kiew, sich mit nazi-symbol-liebenden Milizen-Menschen zum Fotoshooting trifft. Die kursierenden Fotos sind aber wohl schon etwas ältere und wenn man lang genug sucht, findet man sicherlich auch bei anderen öffentlichen Personen, Fotos in diversen menschenfeindlichen Zusammenhängen, abgelichtet mit Extremisten. Zum Beispiel die mit dem Herrn Selenskyi, der findet Nazi-Symbolik auch gut

Bei Arte läuft zur aufrechten Unterhaltung in der Mediathek eine Doku über zwei verträumte Brüder und der millionenschwere Schauspieler, der in der Ukraine Präsident spielt, genau der, der sich auch mit den symbolverzierten Sozialnationalisten ablichten lässt, ist mit einer Serie zu finden, welche, bitte nicht lachen jetzt, „Diener des Volkes“ heißt. Was fürn Comic! Wer hat die nochmal produziert?

Stichwort Extremisten:

Da laufe ich doch gerade an diesem Gebäude vorbei und was sehe ich, genau, Extremisten. In diesem Fall solche, die öffentliche Kinderimpfungen gegen Steuergelder organisieren. Schauder, Schauder. Die eröffnen also gemeinsam Zentren, wo die kleinen Menschen gut gegen eine für sie und den größten Teil der Gesellschaft ungefährlichen Erkältungskrankheit mit einem bedingt zugelassenen, dafür aber mit reichlich Nebenwirkungen behafteten, genetischen Medikament behandelt werden. Und das läuft als Dienst an der Gesellschaft auf Kosten derselben. Ich denke da auch an Fotos des obersten Gesundheitsbaches, auf welchem dieser zu sehen ist, wie er ein Mädchen in den Arm spritzt. In normalen Zeiten wäre das als Körperverletzung geahndet worden. Der Bach fließt und fließt und versucht alle mit sich zu reißen, neuerdings auch Hunde. Er will so gerne ein Strom sein, ist aber ein nuschelnder, seichter Graben und auch dieser, wird irgendwann trocken gelegt. Fürchten muss man sich deswegen nicht. Iss‘nur nervig!

Wir suchen besser keine Wahrhaftigkeit bei denen, die ihre Existenz der Lüge schulden!

Apropos Bilder: Der von Springer produzierte Fernsehsender entschuldigte sich vor einigen Monaten. Wofür? Es wurden alte Clips gezeigt. Einer aus China und der andere von einer russischen Militärübung. Behauptet wurde jedoch, na was?, genau, die Clips zeigten aktuelle Aufnahmen aus der Ukraine. Mein Vertrauen wächst, da die Geschwindigkeit der Offenbarungen (Apokalypsen) nahezu Lichtgeschwindigkeit erreicht. So auch, die Kündigung des Krankenkassen-Menschen, der das PEI zum Dialog aufrief, weil die Zahlen der Nebenwirkungen nicht stimmen sollen. Prompt nach seiner fristlosen Kündigung, bringt auch dieses Ereignis Blüten hervor, die wir noch ein Weilchen betrachten dürfen. Krokusse auf der Wiese und sicherlich werden noch viele folgen. Von den Künstlern und Sportlern, die gerade ausgegrenzt werden, möchte ich hier gar nicht anfangen. Ein Armutszeugnis war und ist auch, die verbalisierten Reaktionen diverser Einzelhandelsketten, die russische Produkte, vor allem Wodka, aus ihrem Sortiment nehmen wollten. Subjektiv betrachtet, möchte ich das als Meinungsäußerung mit dem Attribut fremdbeschämend ehren.

Wie viel Vergiftung in den Emotionen und Gedanken der Menschen diese Propaganda anrichtet, scheint mir einer Messung nicht zugänglich und doch, sind sie wohl notwendig, diese Vergiftungen. Machen wir doch aus dem Gift eine Medizin!

Sie haben den Eindruck, der Schreibende vermische hier Inhalte? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Der rote Faden, den ich manchmal doch einigermaßen erkenne in diesem Text, ist das Thema Medien und Wahrheit. Die Wahrheit gibt es nämlich in Wirklichkeit nur einmal, wie ich bereits schrieb. Wir bewegen uns nur in ihre Nähe, wir interpretieren unentwegt und erkennen werden wir sie vielleicht nie oder nur in der Begegnung mit dem Universum an sich, in der uns gewahr wird, dass wir alle miteinander verbunden sind. Wenn wir aber miteinander verbunden sind, ist die Würde ein wichtiger Bezugspunkt. Neutralität ist das Gebot der Zeit. Auch für mich und ich weiß, dass ich hier nicht immer neutral klinge, doch Menschen sind ambivalent. Es geht um Verantwortung und diese Verantwortung fordert uns auf, uns zu erinnern. Damit wir nicht immer wieder auf jedes Opfer, welches uns hingestellt oder hingeworfen wird, einschlagen und eintreten, um uns dann über die schmutzigen Stiefel zu beschweren. Nur weil wir meinen, eine Wahrheit zu kennen und dies unbedingt zu dürfen, weil wir mit dem Zeigefinger ja den Fehlerhaften/Schuldigen bereits bezeugen.

Diese Sündenbockmentalität ist es nämlich, die gerade im Verschwinden begriffen ist, sich aber nochmals in ihrer ganzen Hässlichkeit aufbäumt und sich uns darbietet zum Betrachten.

Helfen wir doch mit und blicken über unseren persönlichen Tellerrand der Schuldzuweisungen und erblicken wir alternative Welten der Zusammenhänge, in denen wir erkennen, dass die Würde des Einzelnen, die Würde Aller bezeugt.

Diese muss geachtet werden.

Immer!

Veröffentlicht unter Gedanken zu C, Satire/Polemik | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Kohlenklau

Kunst! (2013)

Er betrat den Raum und zuckte zusammen, ging zum Mülleimer und erbrach in denselben. Der Körper lag unnatürlich verrenkt auf dem Boden. Ein Bild auf einer Leinwand daneben, abstrakte Malerei, ans Sofa gelehnt. Er besah sich das Bild. Stand da und blickte es an. Das gesamte Bild: Die Leiche. Die Leinwand. Die Fernbedienung. Den Teppich, der rot vom Blut war. Alles war rot vom Blut. Das abstrakte Bild war durch das Blut erweitert worden. Würde sich der Künstler wohl darüber aufregen? Sich über diesen Gedanken wundernd, betrachtete er den toten Körper. Irgendwas fehlt, dachte er, irgendetwas fehlt.

Er ging zum Telefon und wählte die Nummer der Polizei, nahm die Mülltüte aus dem Eimer und verließ die Wohnung. Er stieg in seinen Wagen und fuhr mit Tränen in den Augen los.

Einen Anfang, dachte ich mal wieder, EIN ANFANG! Der Anfang ist das Schwierigste. Die Basis auf die alles weitere folgt. Ein Fundament um darauf ein Haus zu bauen. Wohin könnte er jetzt fahren, dachte ich, wohin fährt ein Mann, der seine Geliebte besuchen wollte und diese tot auffindet? Dinge beenden ist schwierig, dachte ich, aber…

Egal!

Ich musste schmunzeln. Trank einen Schluck starken Kaffee und dachte an die Geschichte über die Geiselnahme von Huckelriede, September 2001. Damals wurde ein Kindergarten samt der Kinder, nicht aber der Mitarbeiter, von drei Radikalen besetzt. Wie die Forderungen aussahen, weiß ich nicht mehr, jedoch kann ich mich entsinnen, dass die festgehaltenen Kinder, die Geiselnehmer nicht gehen lassen wollten, da diese einen unendlichen Schatz an Spielvariationen und Liedern hatten. Es stellte sich heraus, die Geiselnehmer waren Künstler, abstrakte Erscheinungen, hier ein Quadrat und dort ein Kreuz und ein Kreis, eine Performance nackt in schwarz weiß und manchmal auch in Farbe, die der Meinung waren, es müsse so etwas wie ein Erdenbeben durch Deutschland gehen und dieses solle in Bremen beginnen, damit alle Menschen Frei-Denkende würden. Ach so, da war dann ja eine Forderung. Zumindest, so die künstlerischen Geiselnehmer, sollte es jedem Denkenden erlaubt sein, sich zu entfalten, frei von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Normen und Zwangsmechanismen, die Druck und Einfalt und unsoziale Konkurrenz produzieren. So oder so ähnlich.

Die Kinder wurden gut versorgt. Es gab keine Verletzten. Sie aßen Fischstäbchen und Pizza. Biodynamisch. Mutter Erde und Mutter Ozean weise und zärtlich entlockt. Dies verstand sich von selbst, so das humanistische Weltverständnis der geiselnehmerischen Artisten. Die Erwachsenen und hier im Besonderen, die Exekutive, waren jedoch darüber nicht sehr amüsiert, dass Kinder festgehalten wurden. 24 Stunden, an einem Ort, an denen es den Kindern auch noch so gut erging, dass die gar nicht mehr weg oder zurück wollten, die hatten richtig Spaß.

Das machte den anderen, den Eltern und der Polizei, überhaupt keinen Spaß. Irgendwo passierte ein Unglück und die westliche Weltstimmung lag im Keller. Die Geiselnehmer von Huckelriede, also die Künstler, die in einer Kunstaktion dreißig Kinder festhielten, bekamen diese Stimmung zu spüren. Was nur als gerecht zu werten ist, denn: Freiheit ist Freiheit und wenn ich mich dafür entscheide, mich zu knebeln, vorgekaute Meinungen in mich hinein zu stopfen und alles zu glauben, was da auch immer gedruckt, gepostet oder über den Schirm gesprochen und gezeigt wird, ist es immer noch eine freie Willensäußerung meinerseits und das kann man auf alle Menschen übertragen, die sich gerne subtil oder offensiv in der Art eines gedanklichen Gefängnisses einrichten.

Wenn ich jedoch losgehe und andere dazu bringen will, Freiheit zu überdenken und dabei Menschen der Freiheit beraube, auch wenn ich diese gut behandele, ist und bleibt es Freiheitsberaubung und diese muss mit der ganzen zur Verfügung stehenden Härte des Gesetzes bestraft werden. Dies gilt vor allem in diesem Fall, da es sich um Kinder handelte, welche den besonderen Charakter einer sozialen Gemeinschaft noch zu lernen haben und denen sich der Neoliberalismus noch als eine ferne puschelige Wolke darstellt, die zu erreichen einem Traumzustand gleichkäme. Sie wissen noch nicht, dass die Guten die Bösen sind und das umgekehrt ein Schuh daraus wird…

Mit Tränen in den Augen fuhr er los…dunkel die Landstraße, Nebel. Den Baum, eine gemeine Platane, sah er zu spät…

Veröffentlicht unter Ältere Texte, Prosa | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Kunst! (2013)

Der Wächter (2015)

Eines Morgens wache ich auf und stelle fest, mein Herz schlägt nicht mehr. Das erstaunt mich und ich versuche den Rhythmus zu finden. So liege ich nach innen forschend, fühlend im Bett. Bewegungslos. Ich spüre nichts. Wartend. Scheinbar leere Momente zählend.

Unschlüssig zögerlich bewege ich mich und nehme wahr, dass die Schwerkraft nicht intakt ist. Ich schwebe, bin flüchtig. Wundernd richte ich mich unbeholfen auf. Eigenartig befremdliche Bewegungen. Es ist, als würde ich durch mich hindurch fühlen und fallen, als wäre ich ein Teil der Luft. Ob ich mich wohl selber atmen könnte? Würde ein Fenster geöffnet, der Luftzug zöge mich hinaus, nach draußen, nach außerhalb des Raumes, des Hauses. Mich weiterhin wundernd, denke ich im Augenblicke dieses flüchtigen Daseins, an ein Interview, welches ich vor zehn Jahren mit einem Heroinhändler führte. Das Interview fand in einem Gefängnis statt und der zu Interviewende war gerade 21 Jahre alt.

Als ich geistig noch bei der ersten Frage des Interviews verharre, kommt meine Frau in den Raum und öffnet ein Fenster und sagt, ich solle endlich aufstehen, Kaffee sei fertig und sie müsse nun los, arbeiten und-und-und. Mehr höre ich nicht, denn es zieht mich hinaus und ich verbinde mich mit der Atmosphäre, werde zu einem Tiefdruckgebiet und regne drei Jahre lang.

Als alle Menschen in diesem Land, Schwielen und Falten von der permanenten Feuchtigkeit haben, höre ich auf und entwickele mich zurück zum Menschen und mein Herz schlägt und ich spüre wieder die Schwerkraft. Ich ruhe mich aus. Schlafe. Sieben Tage und Nächte.

Am nächsten Morgen wache ich auf, trinke schwarzen Kaffee und besuche die Nassräume. Nach der Dusche ziehe ich einen überwältigenden, dunkelblauen Anzug an, gebe meiner wieder glatthäutigen Frau einen Kuss und verlasse das Haus.

Für den Weg zur Arbeit nutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich lächele. Morgens ist das Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel nicht sehr lustig. Manchmal hilft ein Lächeln. Letztlich ist es jedoch fast nie lustig, in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es sind so viele Besonderheiten unterwegs. Zumeist bin ich der Einzige, der mir ausreichend normal erscheint. Bisweilen hat man noch ein oder zwei Menschen, welche die Uhr richtig ticken hören. Für die Masse jedoch, tickt die Uhr anders.

Diese Szenerie morgens erinnert mich an moderne japanische Filme. Ich kann mir einen Sitzplatz sichern, da ich an einer Haltestelle einsteige, an der nicht viele Menschen einsteigen, Stadtrand. So sitze ich da und versuche teilnahmslos aus dem Fenster zu schauen, während sich die Straßenbahn mit Menschen füllt, welche ich auffällig unauffällig beobachte. Ich denke gelegentlich, dass kann doch niemand wollen, was sich hier jeden Morgen ereignet. Und doch, es findet statt. Dicht gedrängt. Rücken an Rücken. Seite an Seite. Geräusche. Feuchtigkeit. Eine zu starke, unangenehme Wärme oder zu starke, schüttelnde Kälte. Von Gerüchen will ich gar nicht erst anfangen. Das kennt jeder, der in einem überfüllten Bus oder in einer überfüllten Straßenbahn saß oder stand. Schön ist das nicht, auch nicht nach drei Jahren Regen. Aber doch, es ist irgendwie interessant.

Die meisten Menschen sitzen oder stehen ihre Häupter gesenkt da und blicken auf Displays. Lautsprecher in den Ohren, mit den Fingern wischend, immer in Bewegung. Altersgruppe: ca. 15-68 Jahre. Einige telefonieren und versuchen leise dabei zu sein. Andere telefonieren und versuchen laut dabei zu sein. Ebenso wird es mit Gesprächen und Selbstgesprächen gehandhabt.

Ich spüre einen Blick auf mir ruhen. Ach ja, da ist ein Mann, der mich anblickt. Ich sah ihn mal am Hauptbahnhof, dort ist sein Herrschaftsgebiet. Die Anderen versuchen von ihm Abstand zu halten, denn er scheint sich lange nicht gewaschen zu haben. Als ich ihn einst am Hauptbahnhof sah, bediente er sich an einem Mülleimer. Es schien mir damals so, als würde er einen halben Cheeseburger eines großen und zu unrecht beliebtem Fast-Food-Restaurants aus dem Behältnis fischen, welchen er kurzerhand in seinen Mund schob und mit zwei Bissen in sich hinein saugte.

Eine surreale Szene. Um uns herum liefen und tobten die Menschen, hatten es eilig oder wollten einfach nur weg. Vielleicht weg von sich selbst? Viele rannten, ob ihres dürftigen Zeitmanagements, um noch einen Zug zu erreichen und versuchten sich dabei aus dem Weg zu gehen, was eigentlich unmöglich war, da so viele Personen dort liefen, gingen, standen, schliefen.

Bettelnde Erdenbewohner auf dem Asphalt vor den großen und doch zu kleinen Eingangstüren. Läufige Banker. Geschäftige Obsthändler. Verdächtiges Sicherheitspersonal. Sanfte Handwerker. Rauchende Rollstuhlfahrer. Aggressive Rentner. Torkelnde. In diesem Setting stand der Mann und aß sein gefundenes Mahl.

Ich sitze also in der Straßenbahn und der Mann sieht mich an. Er wirkt, gleichsam wie damals am Hauptbahnhof, ruhig und wissend, irgendwie abgeklärt, ja, amüsiert, angekommen. Seine Haare lang und filzig, Rastas. Die Haare scheinen ein Eigenleben zu führen. Seine Kleidung ist dieselbe, wie an dem Tag am Bahnhof. Unter seiner schmutzigen Jacke blicken Plastiktüten unter den Ärmeln hervor. Genauso unter den Enden der Hose an der Taille und seiner Hosenbeine und an seinem Hals. Wie am Bahnhof. Ich hatte den Eindruck, er schütze sich damit. Vielleicht vor dem Virus der verkohlenden Zeitknappheit. Dem Virus, dem die Menschen sich immer mehr aussetzen und immer weniger anzukommen scheinen. Wie er mich jetzt so ansieht, glaube ich nicht, dass er sich schützen müsste. Er sieht mich an, sieht durch mich hindurch, nein, ich glaube, er entdeckt etwas in mir, er entdeckt, dass ich nicht frei bin. Vielleicht, nein, ganz sicher, sieht er die langatmige Order der menschlichen Existenzsicherung in mir.

Ich habe den Eindruck, er ist völlig in diesem Augenblick. Dieser Mann fragt nicht mehr, er weiß schon alles. Er ist einer Wahrheit habhaft, welche die meisten in diesem Leben nicht kennen lernen werden. Er hat dieses ganze Theater hinter sich. Dieser Mann spielt nur noch und das mit allen Sinnen. Er nimmt sich nicht mehr unnötig wichtig, körperliche Grundbedürfnisse ja, ansonsten nur lächeln, er weiß, er ist für ein höheres als das menschliche Ideal von Bedeutung.

In diesem Augenblick erscheint er mir wie ein Wächter. Er wacht über die Menschen, über die getriebenen Existenzen. Wachend, mit vollem Bewusstsein bei sich selbst. Dieser Mann muss nichts beweisen, bewegen, erschaffen, muss sich nicht einer Machtstruktur schenken, um sich besser zu fühlen. Er muss auch nicht wählen oder sich für etwas Neues entscheiden, geschweige denn, konkurrieren. Eine reine Form der Existenz. Aufs Wesentliche reduziert oder besser: Auf das Wesentliche erhöht. Ich habe das Gefühl, er blickt in mich hinein und rät, nein, weiß, was ich denke und ich lächele ihn an. Ihn, der immer zu lächeln scheint und nur Hunger und Durst kennt aber kein Begehren, kein sich Profilieren, kein um Liebe-Kämpfen, kein Besitzen-Wollen.

Weiser Wächter, bitte gib mir etwas von deinem Wissen. Lass mich teilhaben an deiner Weisheit. Will ich doch ebenso zur Ruhe kommen und in Liebe mit mir selbst und in Liebe mit den noch suchenden Menschen sein, mehr nicht – mehr nicht!

Er wacht über uns. Er wacht über mich. Und jetzt, als ich diese Gedanken denke, erinnere ich mich daran, dass vor meiner Zeit als Tiefdruckgebiet, dieser wachende Mann mir täglich begegnet ist. Jeden Tag saß oder stand er in meiner Nähe und wachte. Vielleicht will er mich abholen, irgendwohin, wo es lebendiger ist, als in dieser Straßenbahn. Lebendiger als wir Eilenden, wir uns um uns selbst Drehenden. Wir gottvergessene Derwische.

Die Haltestelle an der ich aussteige, der Hauptbahnhof, ist die nächste. Ich nicke dem Wächter beim Aufstehen zu und ströme im Fluss der Aussteigenden aus der Straßenbahn. Das Wetter ist typisch für die Gegend. Es ist bewölkt, doch trocken. Ich suche Schutz an einer Werbetafel und blicke den Mann durchs Fenster der Straßenbahn an und sehe, wie er langsam aufsteht und aussteigt. Er geht zum nächsten Mülleimer. Er greift hinein und zieht einen halben Hamburger heraus und beißt zu. Beißt nochmals zu und der halbe Hamburger ist weg. Danach nimmt er sich einen Zigarettenstummel vom Asphalt und zündet diesen an. Er zieht mehrmals daran und löst sich auf.

Ich bin allein mit all den anderen Menschen. All den wichtigen und beschäftigten Menschen. Einige atmende Augenblicke später strenge ich mich an, rennend, den für mich so wichtigen ICE zu bekommen, den um kurz nach, den, der mich am Ziel angekommen, in die Arbeitswelt entlässt.

Veröffentlicht unter Ältere Texte, In der Tram | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Der Wächter (2015)

Grautöne

Neuerdings lege ich ein interessantes Verhalten an den Tag. Ich lese das Buch „1984“ von G. Orwell (1948) als kurzweilige Unterhaltungslektüre. Zur Aufheiterung sozusagen. Eine bessere Welt, als unsere derzeitige, ist möglich. Jedenfalls denkbar und bereits in diesem Werk beschrieben. Eine Comicversion nenne ich mittlerweile neben den zwei deutschen und der englischen Ausgabe, auch mein Eigen. Einheits-Vielfalt. Die wunderbare Welt des Totalitarismus in Bildern, und das in schleierhafter Farbe. Habe ich es bereits erwähnt? Ich liebe Grautöne.

Wie bekomme ich jetzt die Kurve zum aktuellen Geschehen? Achja, genau…

Man munkelt, dass George Orwell den Roman „Wir“ von Jevgenij Samjatin kannte. Dieser Roman entstand bereits 1920. Er handelt von einem totalitären Regime und davon, wie die menschliche Natur davon geprägt wird. Die Menschen in dieser Geschichte leben in gläsernen Gebäuden. Ihre Namen formen sich aus Nummern. Der Protagonist, ein Mathematiker, heißt zum Beispiel D-503. Es gibt auch Vorhänge in diesen gläsernen Wohnstätten. Diese Vorhänge dürfen allerdings nur geschlossen werden, wenn zwei Nummern (also Menschen) die offizielle Erlaubnis vom Staat (Der Wohltäter) bekommen, sexuell miteinander zu verkehren. Auch hier, die Allegorie zur Gegenwart: Eine Regierung, welche, so wie die deutsche seit gut zwei Jahren, versucht bis in die Wohn- und Schlafstätten der Untergebenen hinein zu regieren, ist totalitär! Auch wenn man sich gegen den Inhalt dieses Satzes auf den Kopf stellen möchte, bleibt es dabei.

Jedenfalls für mich. Andere Menschen können ja ruhig denken, dass müsse so sein und das sei gut so und so weiter und so fort…und überhaupt, können andere auch denken, dass die das ja so schwer hätten, da in der Regierung, würden ständig beschimpft und verrichteten so schwere, mies bezahlte Arbeit, aktuell mal wieder 300 Euro mehr, wollten doch nur unser bestes, unseren Gürtel fester schnallen und so. Fragen wir sie doch mal: Sagt mal, liebe Abgeordnete, was macht ihr eigentlich beruflich und wenn ihr was macht, für wen?

Mal ehrlich, man möchte sich doch langsam wenigstens wieder so weit frei fühlen, dass man seine Unterwerfung nicht mehr täglich spürt. Spürt durch sinnlose Maßnahmen, Repressalien, schwarze Pädagogik, Arbeitsverbot, öffentlich-mediale Diskriminierung und staatlich-medizinische Willkür. Außerdem diese unerträgliche und absurde Sich-Selbst-Feierlaune, wie super alle außer den Ungeimpften und den Russenfreunden doch sind, wie toll man das geschafft habe und immer noch schaffe, eine unendliche Verlängerung der Pandemie sei möglich.

Die anderen Kriege können nebenher laufen. Wie schön! Wir schaffen das also so, das bald auch wirklich Alle geschafft sind. Gute Arbeit? Honorierung? Selbstfeierlaune?

Menschen Orden anhängen zu wollen, nur weil Orden gerade noch in der Nachttischschublade liegen, ist auch super. Warum überhaupt bekommen diese neuen Mainzer Milliardäre Orden? Die bezahlen ihre Mitarbeiter mies und raffen Steuergelder in ihre privaten Taschen und verkaufen das schlecht hergestellte und minderwertige Gift an die Bevölkerung, die geradezu von der Regierung und den Medien dazu überredet wird, sich selbst in so weit zu hassen, dass sie dieses Gift als Wundermittel ansieht und sich blind vor sozialer oder letaler Angst damit behandeln lässt. Der Gewinn bleibt natürlich schön an Mann und Frau und die Stadt Mainz singt ein atonales Lied über megagigantische Steuereinnahmen. Bloß nicht fragen, woher diese Steuergelder-Brotkrummen kamen. Aus Steuergeldern?

Die menschliche Gesellschaft ist verwundeter als jemals zuvor. Woran liegt das wohl, wenn wir doch so tolle Gesundmacher haben? Warum keine Orden an die, die einen durch die Impfung verursachten Schlaganfall, eine Myo-, oder Perikarditis hatten? Warum bekommt nicht die gesamte Bevölkerung einen Orden? Zum Beispiel dafür, an der Studie teilgenommen zu haben. Oder die Kinder? Ich denke, die haben gleich alle möglichen Orden verdient, doch gleichzeitig denke ich, so einen großen Orden gibt es gar nicht, der den Mist, den die Menschen mit machten, honorieren könnte. Ach, aber eigentlich will ich das ja auch nicht. Hoffentlich wird es ärger, damit auch die letzten radikalen Eiferer der Linken, der Grünen, der Roten, der Blauen, der Schwarzen, der Gelben verstehen, dass sie nicht auf Wasser laufen sondern auf einem braunen, vergoldeten Holzweg.

Holzweg? Da kam ja was neues (oder altes) dazwischen, nun sind ja wieder die Russen und hier vor allem der Präsident (Machthaber, Tyrann, Autokrat…siehe Selensky und Scholz und Biden und Trudeau und…) derselben, die Schuldigen. Die Mörder und Lügner und Verschacherer, die sich im Westen und direkt in unseren Grenzen tummeln, die Parlamentarier, die den Sozialen Nationalisten aus der Ukraine zum Heil! ihr Klatschkonzert darbieten, vergessen wir mal lieber schnell. Damit wir die Anderen besser beschuldigen können, weil wir ja hier der super freie und demokratische Westen sind.

Schreien wir also laut und deutlich: Wer hat mir in die Hose gekackt? Ja, machen wir! Der Westen mit leeren Werten und vollen Hosen! Bloß nicht nach Verantwortung fragen, nein, besser nicht! Man will nur noch Sätze mit Ausrufezeichen enden lassen! 2022, das Jahr in dem ein Sozialnationalist für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. Ein Schelm, wer meint, der sei ein Komiker, weit gefehlt, Milliardärsinteressen reihen sich ein.

Friedensnobelpreis? Das ist der Preis, den Menschen oder Staaten oder Gemeinschaften bekommen, die in irgendeiner Weise, sich um Frieden bemüht haben. Die EU zum Beispiel oder Barack Obama, also Koalierende in einem Kriegsbündnis und ein Präsident, der mehr Menschen zu töten befehligte, als die meisten seiner Vorgänger. Naja, einer muss es ja tun! Da befände sich der Komiker und seine sozial-nationalistischen Kameraden in bester Gesellschaft. Die Friedensbemühungen scheiterten meistens, wie man sich denken kann. Die Vergabe des Friedensnobelpreis ist genauso wie die Orden- und die Zeitverschwendung des asozialen obersten Deutschen, ein Fake: Nur Politik, Korruption, keine diesem Wahn entsprechende Wirklichkeit. Ich denk mal kurz…Wie wohl eine dem Wahn entsprechende Wirklichkeit aussähe? Kann ein Wahn überhaupt Wirklichkeit sein? Ja, jedenfalls im Fernsehen.

Samjatin war übrigens ein Russe. Geboren irgendwo südlich von Moskau. Stalin, ein im heutigen Georgien Geborener, mochte ihn allerdings nicht so sehr. Russe? Sie wissen schon, einer aus diesem Volk der Nichtmenschen, die darauf pfeifen, ob sie überteuerten Bio-Billigkaffee und Junkfood oder Schrott von den Wasserdieben aus der Schweiz, ja genau, Nestle, in ihrem Land zu fassen bekommen. Die Russen werden angeführt von einem fiesen und blutrünstigen Bären. Alle Russen sind übrigens Bären, habe ich gehört. Mit Bären ist nicht zu spaßen, habe ich gehört. Obwohl, das stimmt nicht, in der Familie sind die Geburtstage immer ziemlich witzig, Weihnachten und Ostern auch. Die Bären haben doch tatsächlich die gleichen Feiertage wie wir. Der führende Bär also, der will alle freien Menschen fressen und ins Gulag schicken, habe ich gehört, mehrfach. Auch gehört habe ich, dass das sehr, sehr, sehr gemein sei, weil alle anderen Menschen, zum Beispiel die in den USA und Resteuropa, durchweg gute Menschen seien, die Menschen aus der Ukraine sind auch nur gute Menschen. Also keine Bären.

Einer dieser westlichen Nichtbären hat da mal was getan. Der hat nämlich einen Vertrag von 1972 mit den großen Ostbärenland nicht erneuert oder einseitig aufgekündigt. Das war 2001, Bush hieß der westliche Nichtbär. Der hatte einen lieben Papa, der auch nur gutes in der Welt bewirkte. Russischen Zupfkuchen mochte der nicht. Ich dagegen, ich liebe russischen Zupfkuchen. Besonders von meinem Lieblingsbäcker. Der ist jedoch kein Bär, kann das aber trotzdem. Pelmeni mag ich auch. Biden isst die sicherlich nicht, außer aus Kinderhack.

Ach entschuldigt, das geht natürlich zu weit, so einen Rechtschreibfehler kann ich nicht durchgehen lassen, Rinderhack sollte es heißen. Man weiß ja nie, wer das alles zu lesen bekommt hier. Nicht, das man mir noch was anhängen will, weil ich so ein gefährlicher irgendwas Versteher sein soll.

Doch, also, jetzt, wo ich hier so schreibe, beginnt in mir eine Sympathie zu wachsen, denn eigentlich mag ich Bären und in meiner Fantasie beginnen gerade Millionen Bären durch Deutschland, nein durch ganz Europa, zu tanzen und die Luft ist erfüllt von Kalinka-Kalinka-Kalinka-blabla und überall werden Pelmeni und Vareniki verteilt und Dampfbäderhütten errichtet. Eine ausgewogene Unzufriedenheit (Henry Kissinger 2014) macht sich daraufhin in Europa breit und wir merken, die Bären sind doch in Wirklichkeit auch nur Menschen und wollen mal in den Arm genommen werden.

Veröffentlicht unter Satire/Polemik | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Grautöne

Ins Schwimmbad

Nach den Sommerferien im Jahre 1985, Anfang September. Michael ging mit Karsten, seinem zu dieser Zeit besten Freund, in Richtung des örtlichen Freibads. Auf ihrem Weg kamen sie an einem Zaun vorbei, hinter dem sich ein größeres Firmengelände erstreckte. Es war nicht ersichtlich, da einiges an Gebüsch und Bäume gepflanzt, was für eine Firma sich hinter diesem Maschendrahtzaun befand. Für die Dreizehnjährigen war es schlicht ein umzäunter Ort. Die Beiden nahmen diesen Weg oft und hatten entdeckt, dass sich auf dem Gelände zwei Wachhunde befanden. Fasste man den Zaun an und rüttelte daran, dann kamen die beiden Hunde kläffend angelaufen und sabberten und bellten herum, als wären sie im Wahn.

Die Jungen hatten die Hunde einige Male sehr gereizt und sich über die scheinbar dumme Wildheit dieser Kreaturen lustig gemacht. Bei einer der letzten Begegnungen allerdings, war etwas geschehen, was die Jungen aufmerken ließ und sie änderten ihre Strategie. Es gelang ihnen, also eigentlich gelang es Karsten, dass der eine Hund, ein schwarzer, glatthaariger, mittelgroßer Mischling mit Labradormerkmalen, sich streicheln ließ. Nur kurz, doch es gelang. So kam es, dass sie bei den letzten Begegnungen diesen schwarzen Hund immer ruhig und liebevoll ansprachen und ihn nicht mehr ärgerten. Der zweite Hund verlor schnell jedwedes Interesse und haute wieder ab, wenn kein Terror stattfand, dem er sein Gebell draufsetzen konnte.

Dem Schwarzen gaben sie einen Namen: Locke. Locke hatte eine Locke im kurzen Fell, am Hals, daher die Idee zu diesem Namen. Für diesen Tag hatten sich beide Jungen vorgenommen, den Hund mal etwas mehr Zeit zu widmen und durch lange, liebevolle Ansprachen, ihn dafür zu gewinnen, sich streicheln zu lassen. Sie überlegten bevor sie los gingen, ob eventuell ein Leckerbissen für den Hund sinnvoll sei, doch entschieden sie sich dagegen, weil, so die Überlegung, der Hund auf eine eher verbale und herzliche Art zu gewinnen sein sollte und das dann viel mehr Wert habe, als wenn man ihm nur ein Schnitzel hinlege. Mal abgesehen davon, waren Schnitzel zu dieser Zeit auch gar nicht so billig. Beide Jungen waren gespannt darauf, wie sich die Situation entwickeln würde. Sie gingen also am Maschendraht vorbei und riefen Locke.

Als sie ihn bellen hörten und er und der andere angerannt kamen, setzten sie sich auf ihrer Seite des Zaunes auf den Fußgängerweg und warteten ab. Nachdem Locke eine halbe Minute bellte, verstummte er und setzte sich auf sein Hinterteil und blickte in Richtung der Jungen. Der andere Hund drehte sich dreimal im allerkleinsten Kreise und trabte davon.

Michael dachte, irgendwas ist merkwürdig, dieser Zaun, diese Situation. Er dachte, dass man im Leben scheinbar, immer auf einer Seite des Zaunes stand und nicht gleichzeitig auf zwei Seiten stehen konnte.

Nach einigen Minuten streckte Karsten seine Hand aus und griff vorsichtig an den Zaun. Locke schaute sich das an, knurrte, tat aber sonst nichts, wurde wieder still. Er behielt die Jungen im Blick. Karsten sprach leise und fast zärtlich mit dem Hund. Michael tat es Karsten gleich und der Hund reagierte, stand auf und kam näher an Michaels Hand, roch durch den Maschendraht daran und strich mit seiner Schnauze drüber. Die beiden Jungen sahen sich an und lachten leise. Der Hund drückte nun seinen gesamten Körper seitlich an den Zaun, so dass die Jungs ihn berühren und streicheln konnten und das kurz Fell durch die Maschen gedrückt wurde. So vergingen ein paar Minuten. Unerwartet sprang der Hund auf und lief davon. Er schien irgendwo auf dem Gelände etwas gehört zu haben.

„Ey, alter Schwede!, wenn das mal kein Erfolg war. Auftrag erledigt, Locke ist zahm, das ging fast zu schnell, finde ich. Keine große Sache, Mann.“, meinte Karsten.

„Das müssen wir erstmal gucken, ob das auch so bleibt und, ey Karsten, ich habe gezittert, was für ein irres Gefühl, diesen Hund so zahm zu sehen. Stark! Komm lass uns ins Freibad.“

Die Beiden erlebten schöne Stunden im Freibad. Michaels Nachbarin war auch dort und er fand sie wie immer super in ihrem Bikini. Er mochte fast alles am Baden im Freibad, auch vom verbotenem Beckenrand zu springen, nur, ja, genau, nur die Pflicht eine Badekappe zu tragen nicht und wenn man keine eigene dabei hatte, dann musste man eine aus hellblauem Kunststoff kaufen, für 50 Pfennige. Einmal, als er neu war hier, passierte ihm das. Niemals wieder, schwörte er sich, niemals wieder, denn es war so, dass Michael neben vielen seiner anderen Eigenschaften und Einstellungen, auch Eitelkeit in sich trug und die bekam er in diesen Momenten zu spüren.

Veröffentlicht unter Freunde | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Ins Schwimmbad

Wer hat mir in die Hose gekackt?

Wenn ich mir den derzeitigen Ausfluss der Presselandschaft ansehe und anhöre und die verifizierten „politischen“ Entleerungskanäle der diversen Messenger überfliege, erbricht sich etwas in meiner Nähe und ich muss an die Titanic denken. Vor mehr als zwanzig Jahren las ich dort einen fiktiven Tagebucheintrag eines Herrn Kohl (oder seiner Frau, weiß ich nicht mehr). Herr Kohl beschwerte sich im selbigen, über denjenigen Menschen, der ihm in die Hose geschissen habe und fragte seine Frau, wer dies wohl gewesen sei. Sie wusste natürlich auch nicht, wer das getan hatte.

Die oben beschriebene Erinnerung kam mir gestern in den Sinn. Ich fuhr mit der lieben Frau in Richtung des nahegelegenen Waldes. Als Beifahrer habe ich caramba! viel Zeit, mich umzusehen. Mein Blick und meine Aufmerksamkeit blieben an einer elektronischen Werbetafel hängen. Ein Beitrag des Weser-Kuriers. Darauf zu lesen, dass der aktuelle Herr Finanzminister sich sorge. Er sorge sich um die deutsche Wirtschaft. Das verstand ich sofort, ich sah sein Foto neben der Meldung und sorgte mich auch. Wenn Menschen, so wie dieser, die Verantwortung für das wirtschaftliche Wohlergehen ganzer Bevölkerungen haben, dann ist Sorge durchaus, vielleicht sogar zwingend, angebracht. Wahrscheinlich, dachte ich weiter, mache dieser Herr sich deshalb so viel Sorgen, weil er sich selbst gut einschätzen könne und da er sich gut einschätzen könne, mache er sich große Sorgen. Ad hominem würde ich ihm zurufen: Werd trocken und reinige selbst, was du verschmutzt! Das lasse ich jedoch lieber. Beim Wechsel zum nächsten Werbetafel-Beitrag, irgendwas mit Immobilien, wurde mein Gedankengang unterbrochen. Wie schön!

In Huchting blickte ich auf ein Text-Graffito. Folgendes konnte ich lesen: Ihr ward es selbst, übernehmt endlich Verantwortung!

Veröffentlicht unter Alltag | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Wer hat mir in die Hose gekackt?

In der Nähe

Hans-Jürgen begegnete mir im Treppenhaus. Einkaufstaschen links und rechts. Gefüllt mit Gemüse und Obst aus dem genossenschaftlichen Bioladen am Beginenhof. Seit der Impfung esse er gesünder, er habe 15 Kilo abgenommen. Gut reingekommen, fragte er. Ja, ganz sanft, selber, antwortete und fragte ich zurück. Entspannt und geradezu fließend, seine Antwort. Das Leben ist ein Fluss, in dem man nicht zweimal als derselbe hineinspringt, denke ich.

Wasser. Ur-Substanz. Wir alle sind Wasser, süchtig nach Mond. Unser Wille ist der Wind, unsere Emotionen wölfisches Heulen. Wir sind die Sehnsucht des Lebens, die sich in uns selbst, im Anderen und der Welt ertränken will.

Vor einigen Tagen sah ich aus dem Küchenfenster, dass die Mutter von gegenüber abgeholt wurde. Mit Notarzt und Sanitäter. Lebensretter und Verrückte. Ich sah sie eine Stunde vorher noch mit ihrem Rad fahren. Ihre Kinder sind äußerst witzig. Verhalten sich wie Kinder sich verhalten sollten. Ständig ins Spiel verschossen, fröhlich, traurig, schnell und langsam, laut und leise. Ihr Mann hat reichlich Startprobleme mit seinem Auto, ruft regelmäßig ein Taxi für die Starthilfe. Überbrückung. Frau und Mann sind Musiker und leben vom Unterricht. Seit die politischen Maßnahmen existieren, ist ihre Existenz bedroht. Die Impfungen halfen ihnen nicht. Politische Entscheidungen lassen sich nicht weg-spritzen. Kurzschluss. Überbrückung. Zwei Tage später sah ich sie wieder auf dem Rad, bleich und eingefallen ihr Gesicht.

Die maskierte Karikatur trug schwarz. Ein Mann, wie ein Junge. Seine Kleidung farblich irgendwie abgestimmt. Auch die Maske oder die Masken wird oder werden angepasst. Er versprüht den Charme eines 12Jährigen im pubertären Wachstumsschub. Sein Lachen laut. Mit den Nachbarn hat er kurze oder längere Unterhaltungen. Im Sommer sitzt er auf dem Balkon und hört Bier ertrinkend 80er oder Cypress Hill. Morgens fährt er mit dem Rad irgendwohin. Meist zur gleichen müden Stunde. Ich denke, zur Methadonvergabe bei Dr. Sommer. Danach schmeckt das morgendliche Bier wieder. Methadon soll super sein bei bestimmten Krebsarten. Leider ist es zu billig und die zuständige Industrie will lieber mit teureren Giften ihren Lebensunterhalt verdienen. Schade für die Menschen.

Im Treppenhaus. Ich gehe dem Paketboten entgegen. Die Nachbarin, eine liebe Dame in den Endsiebzigern, öffnet ihre Wohnungstür, auch sie bekommt Pakete. Umgehend rieche ich den Geruch aus ihrer Wohnung. Wir grüßen uns. Ich frage mich, ob die Menschen vom Pflegedienst hinter ihren Masken diesen Geruch nicht wahrnehmen. Der Geruch ist zum Weglaufen. Das finde ich traurig, ich würde hin und wieder gerne mit ihr reden. Dreimal schon rief sie um Hilfe ins Treppenhaus und ich bin zu ihr. Zweimal rief ich einen Krankenwagen. Einmal blutete sie am Kopf. Ihrem Sohn sagte ich damals auch bescheid. Sie verlässt seit etwa einem Jahr ihre Wohnung nicht mehr. In ihrer Wohnung läuft sie mit Rollator, der Teppich ist ständig im Weg. Pflegedienst zweimal am Tag. Notruf hat sie nun auch. Es kommt eine Dame, alle vierzehn Tage, die etwas für sie putzt. Der intensive Geruch wird davon nicht weniger. Sie hat außer diese, keine weiteren direkten Kontakte. Ihrem Sohn war es wichtig, dass sie sich impfen ließ. Sie wolle das eigentlich nicht, vertrug es jedoch wohl ganz gut, berichtete sie meiner Frau. Nun ist ihr Sohn beruhigt und sie sitzt alleine in ihrer Wohnung. Weihnachten auch, das zweite. Vor drei Wochen bekam sie ihre dritte Injektion. Seitdem baut sie ab, hat Herpes im Gesicht und wir hören sie husten, elendig husten. Ist aber gut zu wissen, dass der Sohn nun beruhigt ist, weil seine Mutter so gut in ihrer einsamen Wohnung geschützt ist. Gut zu wissen. Wenigstens ist es ihre Wohnung und sie muss nicht irgendwohin, wo sie nicht sein will.

Später am Tage treffe ich im Treppenhaus auf den Mieter von ganz oben links. Auch kurz vor achtzig. Sein Neffe kommt neuerdings einmal die Woche, hilft ihm hier und da. Vor einem Jahr noch, war der Herr meistens mit dem Rad unterwegs, nahezu täglich fuhr er auf seinem Damenrad zum nahen und ferneren Einkauf. Jetzt schleicht er mit einem Rollator, wohldosierte Beweglichkeit, dreimal wöchentlich zum naheliegenden Netto. Er klingelt gelegentlich bei der älteren Dame, sein Geruchssinn sei nicht mehr der Beste, erinnere ich mich seiner Worte. Husten höre ich ihn auch. Er wollte mir wieder etwas erzählen, aus der Zeit, als er bei der Bundeswehr war, hustete jedoch zu stark. Ich wünschte ihm gute Besserung weiterhin. Er hustet indessen seit über einer Woche. Letzten Monat berichtete er mir von seiner dritten Injektion und davon, dass die Menschen, die sich nicht impfen lassen, unsolidarisch seien. Er verglich das mit der Bundeswehr, da gab es es wohl solche, die nicht richtig spurten, ihr Glied nicht ausfüllten und damit den Zug in Schwierigkeiten brachten, woraufhin der Befehlshabende den gesamten Zug körperlich bestrafte. In seiner Welt, trägt der Soldat, der zum Außenseiter wird, weil er die Leistung nicht bringt, die erwartet wird, die Schuld an der Strafe. Schwarze Pädagogik, sagte ich. Ich glaube, wir Menschen lieben uns einfach nicht und kennen uns noch weniger, als wir uns nicht lieben. Wie auch? Haben wir ja nicht gelernt, konnten wir uns nicht abschauen. Unglaublich! Ich fragte ihn, wie oft er sich noch spritzen lassen wolle…Wieso?

Das junge Paar, Deutschtürken, wohnt seit etwa zwei Jahren gegenüber. Beide scheinen ängstlich zu sein. Oder haben den Wunsch, alles richtig machen zu wollen. Sie tragen auf der grünen Wiese und Bürgersteig Staubschutzmasken. Bei ihr gelegentlich auch farblich passend zur Bekleidung, ein Accessoire. Aufgeklärte Menschen aus dem Mittelalter. Ich frage mich, was würden wir mit Menschen machen, die mit einem Maschendrahtzaun versuchten, Fliegen zu fangen?

Beim Biosupermarkt am Kirchweg. Ein Mann, so um die 40 bis 50 Jahre alt, verrenkt sich beim Umgang mit dem Einkaufswagen. Seine Mission ist, den Griff nicht mit seinen Händen zu berühren. Er benutzt den Arm, also seinen Jackenärmel. Über der Staubschutzmaske befinden sich seine aufgerissenen Augen. Große Augen. Ängstliche Augen. Dieser Mensch hat Angst, denke ich und er tut mir leid. Ich halte Abstand, bleibe erst mal draußen stehen. An der Desinfektionsstation feiert er das Leben und sprüht alles ein. Ich warte bis die Dämpfe verflogen sind und tätige, was ich zu tätigen habe. Bei diesem über alle sinnvolle Maßen geratenen Gebrauch diverser Desinfektionsmittel, denke ich gelegentlich an das Antibiotika-Prinzip. Wie werden die vielgestaltigen Keime mit der Zeit darauf reagieren und wie wirkt sich das auf die menschliche Gesundheit aus, wenn nun ständig alles antiseptisch wird? Was macht das mit unserem Immunsystem? Es ist doch für unsere menschliche Entwicklung nicht unbedingt förderlich, im Antiseptischen zu leben. In den Kliniken klappt das ja auch nicht. Die Keime dort feiern ebenfalls das Leben und töten ziemlich oft, jährlich um die 20.000, schuldige und unschuldige schwankende menschliche Gestalten. Infektionen mit diesen Keimen gibt es weit mehr, man trifft auf Zahlen zwischen 400.000 und 500.000. So gesehen, sterben ja nicht viele an ihrem Hospitalbesuch, der Straßenverkehr ist allerdings sicherer. 1974 bekam ich eine Pockenimpfung, war oder ist immer noch Pflicht. Daran bin ich gestorben. Zum Glück gab es einen weiteren Versuch und ich überlebte das Sterben. Ich war nicht mal zwei Jahre alt und schon fast wieder tot. Warum? Wohl weil ich eine akute Infektion hatte und mein Immunsystem, das eigentlich ein ganz tolles System ist, war mit der anderen Infektion beschäftigt und so wirkte die minderwertige Pockenimpfung wie ein Gift.

2022 und irgendwie bin ich immer noch zwei Jahre alt.

Die Erde dreht sich weiter, unbesorgt. Und wir? Wir drehen uns mit, eher besorgt.

Weiter im Alltäglichen…

Heute stand ich an einer Straße. Winterliche Temperaturen. Ich brachte eine Tasche mit Lebensmittel zum Stadtgarten Lucie. Dort steht ein alter Kühlschrank. Menschen, die wollen oder müssen, können sich dort etwas abholen, das andere Menschen, die wollen oder müssen, dort zur Abholung bereitstellen. Dinge des Alltäglichen: Konserven, Getränke, Obst, Gemüse, Tiernahrung, Kleidung, usw. Einer der Herren, die dort in der Laube sich zum Trinken und sozialem Austausch treffen, kam und nahm die Tasche entgegen. Er bedankte sich. Ich bedankte mich bei ihm und wünschte einen guten Tag. Doch zurück, sonst verlieren wir uns im Belanglosen und hätten keine Worte mehr für das tatsächlich Belanglose, mit dem wir unsere Köpfe so gerne füttern.

Ich stand also an der Westerstraße und wollte diese queren. Ein Taxi fuhr langsam heran. Es saß eine Frau auf dem hinteren rechten Sitz. Ich konnte sie sehen, sie sah über ihre FFP2-Maske hinweg, durch das geöffnete Fenster, in meine Richtung. Also, sie sah mich nicht an, jedoch sah sie in die Richtung in der ich stand und ihr ängstlicher Blick ging in die Leere, die sich hinter mir wohl auftat und traf dort auf eine Furcht, ein Etwas in der Ferne, etwas Dunkles und Klebriges, eine Erinnerung aus einem anderen Dasein. Langsam fuhr der Wagen vorüber. Ein trauriges Bild. Sehr traurig. Ich dachte, ich versuche es sprachlich zu malen, was mir hier jedoch wohl nicht wirklich gelingen mag, da es mich selbst nach zwei Jahren gehäufter Regelmäßigkeit, immer noch trifft, wenn ich diesen Bildern begegne. So viel Angst. Ich erinnere mich an eine Anleitung zum Ängstigen, in der wurde dem Angstmacher geraten, er solle Bilder senden, die eine Ur-Angst der Menschen transportiert, so was wie Erstickungstod zum Beispiel. Daraufhin springt mir eine Überschrift ins imaginäre Blickfeld: 6.200 genuin an C19 verstorbene Menschen in fast zwei Jahren in England und Wales. Was mag das bedeuten? Das imaginäre Bild zeigt noch etwas, es ist die offizielle Seite des Office for National Statistics. Also, was soll das bedeuten?

Ein Anruf bei einem Freund. Die Mutter seiner Frau. Einen Augenblick lauschen. Schluchzen. Seine Frau weint, ihre Mutter weint. Das passiert selten. Seine Frau berichtet, ihr Bruder sei im Krankenhaus. Er hatte Herzbeschwerden und es wurde ein 24 Stunden EKG gemacht. Mit dem Gerät sei er ins Krankenhaus und dort wurde es ausgelesen. Es gab Auffälligkeiten. Er solle über Nacht dort bleiben. Heute kam die Nachricht, dass er irgendwelche Kalkablagerungen am Herzen habe. Das Blut werde nicht richtig transportiert. Es könne operativ behandelt werden. Nächste Woche sei der Termin. Adern oder Arterien müssten verlegt werden, damit die Durchblutung wieder reibungslos funktioniert. Der Bruder seiner Frau ist 57 Jahre alt. Die Ärzte sagen, wenn er 80 oder älter wäre, würden sie die OP nicht mehr durchführen. Eine OP am offenen Herzen. Er hat das Glück, dass seine Frau eine gute Medizinerin ist und Unstimmigkeiten in seiner Atmung feststellte, so sei der Zustand früh genug erkannt worden. Er könne bis zur Operation daheim bleiben, solle sich schonen und müsse nun auf ärztlichen Rat hin, Diät halten. Übergewicht ist ein großes Problem.

Auf dem Heimweg erinnere ich mich an das kleine Schild in meinem liebsten Teeladen:

Achtung: Leben gefährdet die Gesundheit.

Das Husten der Dame aus der Wohnung unter uns, hat gänzlich nachgelassen. Ich habe vor einigen Tagen für sie Brot gekauft. Sie sah gut aus. Wieder frischer. Der Geruch? Naja, wie gehabt. Vielleicht ist es gerade dieser Geruch, oder das, wodurch er entsteht, was sie lebendig und abwehrstark hält. Sicherlich ist er ein Moment, der das Zu-Nahekommen von Menschen erschwert. Was gelegentlich von Vorteil sein kann. Ist wohl Biografie abhängig. Im Grunde, wissen wir nichts. Wir Menschen, die wir hier auf der Erde taumeln und einen Koffer voll mit fragwürdiger Ethik schwenken und ihn gelegentlich irgendwo abstellen, wo er als verkappte Bombe die Anderen in Aufruhr versetzt, bis ein Jemand sich traut, den Koffer zu öffnen und nur schmutzige Wäsche vorfindet und damit wedelt. Dann: Tiefes Durchatmen und entspannen. Meine Frau sagt in solchen Situationen gerne ein Zitat auf, welches wohl von Salvador Dali stammt: Man muss die Menschen mit ihren Exkrementen lieben. Wenn schon, denn schon! Ich weiß nicht und will es auch gar nicht wissen, ob sie Recht hat, finde die Idee jedoch gelegentlich tröstlich.

Den Herrn von oben links habe ich seit sieben oder acht Tagen nicht gesehen oder gehört. Husten höre ich ihn nicht mehr. Licht brennt am Abend und Fenster öffnen und schließen sich und ich glaube, sein Neffe war bei ihm.

Am Freitag wurde die Mutter von gegenüber wieder mit einem Krankenwagen abgeholt. Diesmal konnte sie eigenständig die acht Treppen nach unten gehen. Die Liege stand vor der Tür. Unten angekommen, legte sie sich darauf. Sie bekam eine Maske aufgesetzt, mit Sauerstoffversorgung. Ihr Mann stand oben auf dem Balkon und sah runter. In der Wohnung hinter ihm, die gemeinsamen Kinder. Ich glaube, er hat mit dem Rauchen angefangen.

Einige Tage später, sah ich sie wieder mit ihren Kindern spazieren.

Wenn ich diese von mir geschriebenen Sätze so durchlese, um Rechtschreibfehler zu finden oder Formulierungen anzupassen, immer und immer wieder, denke ich, was können die Lesenden denselben entnehmen? Sagen sie etwas aus? Ist das Geschriebene wert, es zu teilen? Ich denke dann, warum nicht? Das ist doch genau das, was Schreibende praktizieren. Die Lesenden müssen dann selber sehen, was sie damit anstellen. Es sind Situationen, Bilder, Medieninhalte, usw., die ich beschreibe, nachdem ich sie wahrnehme. Interpretationen einer sich mir darbietenden, von mir geordneten oder ungeordneten Realität. Niemand außer mir, würde das in dieser Weise formulieren. Der Fokus ist rein subjektiv und manches auch fiktiv, in diesem Fall allerdings nicht sehr viel, zur Dekoration hinzugefügt. Es sind die verschriftlichten Gedanken eines Menschen, der auf der Suche sich befindet. Im Wesentlichen sind wir doch alle Suchende. Suche nach was? Sich selbst? Vielleicht Wahrheit, vielleicht Sinn. Vielleicht die Suche nach der Bedeutung dessen, was hinter den Bildern und Worten steht. Hinter den Worten? Ja, hinter den Worten! Was bedeutet es denn für eine Gesellschaft, wenn Begriffe wie, nur so als Beispiel, Solidarität neu gedeutet werden? Weiß noch jemand, was das im Ursprünglichen aussagt, dieses schöne Wörtchen? Das Wort klingt für mich nach Gemeinsamkeit, miteinander und Zusammengehörigkeit, Unterstützung, etwas Gutes für die Anderen tun, Freiwilligkeit. Hier liegt die Betonung auf etwas Gutes. Eine, für die persönliche Lebensweise des Einzelnen, fragwürdige medizinische Behandlung, kann nichts Gutes für die Anderen sein. Die Aufopferung des Individuums für die Anderen, hat nie funktioniert. Solidarität schließt übrigens auch den Zwang aus. Jemand, der aus einem Zwang heraus etwas tut, kann nicht solidarisch sein. Solidarität ist also zwingend freiwillig. Es sollte auch nicht zur Separation innerhalb der Gesellschaft benutzt werden. Und somit, wenn dieses Wort auf eine einzige mögliche Handlung ausgerichtet wird, ist es inhaltslos geworden. Dem Sinn entleert, auch weil es niemals in einer demokratischen Gesellschaft möglich sein wird, dass Alle die gleiche Handlung vollziehen können oder auch wollen. Ist auch gar nicht notwendig. Darin, dass alle das gleiche machen, liegt kein Glück. Das Glück liegt in der Vielfalt, auch wenn es ein erstrebenswertes Ziel ist, sich emphatisch verbunden zu fühlen. Da schreibt uns die Geschichte ja nun einige Briefe und Postkarten, die wir nur mal lesen sollten. Wenn dann noch dazu kommt, dass diese Handlung gar nicht objektiv messbar der Allgemeinheit (Solidargemeinschaft) dienlich ist und sie dennoch forciert wird, sind wir irgendwo angekommen, wo die demokratische Verfasstheit der Gesellschaft keinen Einlass mehr hat. Warum auch immer.

Und die Einschläge kommen näher und werden immer lauter…und dann kann ich die Prosa auch mal zur Seite legen, weil etwas anderes sich Bahn bricht, eine Art Aufschrei, Polemik. Wer das nicht lesen will, sollte hier einfach abbrechen, es wird blutig.

Eine Freundin rief an und berichtete von ihrer Tochter, um die 23 Jahre alt. Diese befindet sich im Endstadium ihrer Ausbildung bei einer hiesigen großen Krankenkasse. Vor drei Wochen habe es in ihrem Großraumbüro einen Notfall gegeben. Eine 28Jährige Kollegin sei kollabiert und musste mit Krankenwagen abgeholt werden. Sie sagte, die hustete so stark, dass sie dachte, sie hustet ihr Herz aus. Ist wohl so eine Redensart. Am Tag zuvor bekam sie übrigens ihren Booster. Das sind Bilder, das sind Informationen, die vergisst man gerne wieder. Schnell! Vor allem dann, wenn man selbst auch merkwürdige Blutungen habe und die Menstruation nicht mehr komme, berichtete die Tochter weitergehend ihrer Mutter. Und nicht nur sie, bei ihren Freundinnen sei es ähnlich. Eine hat irgendwelche Wasserablagerungen, zwei seit dem Booster keine Monatsblutungen mehr. Alle fühlten sich krank und fragten sich, was hier los sei. Sie wollten doch nur teilnehmen: Disko, Casino, Ruhe auf der Arbeit, etc. Die Krankenkassen rufen auch auf dazu, sich das anzutun und verkaufen es als solidarischen Akt, gegen jede Evidenz, in religiöser Verzückung.

Und jetzt erinnere ich mich gerade, davon habe ich schon mal gehört. September 2021 Eine Freundin aus Oldenburg berichtete von ihrer Schwester und deren Tochter. Ebenfalls Menstruation verschoben und nicht zu erklärende Blutungen. Ebenfalls Booster. Aber daran darf es nicht liegen. Natürlich nicht! Man weiß es ja auch nicht. Ist aber schon komisch.

Und wo ich schon mal in Fahrt bin, fällt mir auch Thomas ein, 56 Jahre alt. Der hatte sich im letzten Jahr Ende Juli eine Dosis J+J abgeholt. Vier Tage später bekam er einen Schlaganfall. Wohl nur einen kleinen, er brauchte ja nur acht Wochen, um wieder einigermaßen laufen zu können. Reha hatte er in Oldenburg, im Städtischen Klinikum Kreyenbrück. Die kratzten ihre Häupter über denen die Fragezeichen nur so kreisten. Einer macht Meldung beim PEI. Dann behandelt ihn eine andere, eine Neurologin, die sagt, nein, das könne keine Nebenwirkung der Impfung sein. Ist zwar eine offiziell genannte seltene Nebenwirkung, aber es darf einfach nicht sein, weil die ja selten sein soll und dieser Herr hier schon der 16. im Städtischen war, seit Beginn der Behandlungen. Anfang Januar war er bei uns zum Essen, gerade, als er wieder in der konsumentenfreundlichen App, als ungeimpft galt. Dankeschön!

Zurück zur Prosa und eigentlich war das Letzt-Geschriebene keine Polemik, sondern eher ein Abhusten. Verbrechen in Echtzeit und wir schauen zu, wie die Verbrecher sich selbst feiern.

Heute wurde ein Baum gefällt. Der eigentliche Vorgang der professionellen Niederstreckung dauerte vielleicht fünf Minuten. Eine Linde, die stets im Frühling blühte und froh ihr Blätterkleid bis in den Herbst zur Anschauung und allgemeiner Freude der Betrachtenden trug. 30 Jahre wurde sie alt. Eine treue Genossin der letzten sieben Jahre, irgendwie auch fast eine Mitbewohnerin, war sie uns. Ihre Krone auf Höhe unseres Wohnzimmerfensters. Eichhörnchen, Meisen, Mönchsgrasmücken und diverse andere Vögel, schauten von ihr aus, uns auf den Tisch. Tauben brüteten auf Sichthöhe. Nachts war einmal ein Marder auf ihren Ästen zu Besuch. Obdachlose Elstern schliefen gelegentlich auf dieser Linde, auf der Seite, welche zur Häuserwand zeigte. Ihr Wuchs war besonders. Sie malte ihren Stamm fast konisch. Auf der einen Seite, die zu den Wänden, war der Stamm hohl und von Pilzen bevölkert. Zum Ausgleich, um das Umfallen zu verhindern, bildete der Stamm Holz und Borke in die Breite und wurde dicker und dicker und wäre auch noch dicker geworden.

Vorbei…

Übergang oder Tod?…und mit den gesamten Unsicherheiten dieser Zeit, erschien mir dieser Verlust zuerst unerträglich. Mittlerweile sehe ich es als Zeichen, dass das alltäglich Städtische gerne bald hinter mir liegen darf.

Ich blicke aus dem Fenster. Fünf Polizisten, zwei weiblich, drei männlich, stehen maskiert im Halbkreis um einen unmaskierten Herrn. Der Herr scheint mir so um die 30 irgendwas zu sein. Er blickt auf sein Smartphone, scheint darin etwas zu suchen, auf das die ihn Umzingelnden warten. Einer der Uniformierten niest, die Staubschutzmaske bleibt im Gesicht. Ich höre Bill Callahans melancholische, tröstliche Stimme und denke, wir suchen Alle irgendwas und anscheinend wartet auch immer jemand. Bisweilen auch einer, der niest. Mein Blick schweift ab. Die Aufmerksamkeit sucht sich ein anderes Opfer. Auf der Wiese liegen wieder gefüllte Mülltüten, teilweise bereits von der hiesigen Krähengang und ihrer Schwestergang, die der Elstern, zerrissen. Häufiger bietet sich in den letzten Jahren dieses Bild. Wilde Müllkippen türmen sich auf. Besser: Werden scheinbar orgiastisch aufgeschüttet. Hier bei uns geht es noch. Eine Straße weiter, der Kirchweg, ist mittlerweile eine Allee des hemmungslosen sperrmüllbergebauenden Volkes. Auch andere Müllarten sind willkommen. Tütenweise oder gleich der gesamte Inhalt einer Dreizimmerwohnung. Einer wirft etwas hin und eine andere fühlt sich eingeladen, ein wenig dazu zu werfen. So bilden sich Parallelgesellschaften und so entstehen rattige Inseln aus Wegwurfkonsumgütern garniert mit feuchten und trockenen Nahrungsmittelresten. Konsum ist geil! Je mehr die Menschen haben, desto mehr werfen sie weg und je weniger sie das, was sie haben, besitzen, desto weniger Verantwortung übernehmen sie für das, was sie da haben und entsorgen müssen. Sie legen es den anderen vor die Füße, wie andere ihre Meinungen als die letzte Wahrheit in die Welt schmeißen und nicht bereit sind, Verantwortung für das Übermittelte zu übernehmen, wenn es mal nicht die Wahrheit war, aber als Wahrheit deklariert wurde. Beides ist grausam und dumm genug. Obwohl, eigentlich auch menschlich. Liegt es daran, dass wir so kapitalistisch abgerissen sozialisiert werden? Sind die Medien schuld? Ist es der oder die Einzelne? Brauchen wir einen neuen Krieg, um unseren Sinn für Konformität zu schulen? Ach, den haben wir ja schon und Konformität üben wir ja derzeit wie die Pest. Der Mensch kann nicht, nicht konsumieren, dachte oder las ich einst. Ist zur Hälfte geklaut, von Paul Watzlawick, der meinte jedoch die Kommunikation. Das andere Bild, das mit den fünf Polizisten, verändert sich gerade in dem Augenblick, als ich mich aus meinen Fantasien über die Gesellschaft der Aufschüttenden löse. Eine Krähe saust nieder und reißt mittels schwarzen Schnabels, dem Polizisten, der nieste, die Staubschutzmaske herunter. Das sorgt für einige Verwirrung. Die vermeintlich clevere Krähe ist schnell wieder außerhalb der Armlängenreichweite. Der Mann, der von den Polizisten umzingelt wurde, greift sich in den Hosenbund seiner Rückseite, zieht eine automatische Knarre hervor und schießt zweimal auf die Krähe. Diese fliegt durch die Luft und klatscht tödlich getroffen auf den Asphalt. Er eröffnet das Feuer auf die Uniformierten. Bevor er den dritten Polizisten erschießen kann, werfe ich einen Blumentopf, mittlerweile auf dem Balkon stehend, auf ihn und dieser landet ihm genau auf den Kopf. Ich rette dadurch drei oder noch mehr Menschen das Leben. Da ich keine Lust auf Formalitäten und Heroisierung verspüre, habe ich mich natürlich sofort nach dem Wurf geduckt. Ich krieche in die Wohnung zurück, schließe die Balkontür und höre Bill Callahan zu und harre der Dinge, die da kommen mögen. Während ich warte und Musik höre, denke ich über das Wesen der Wahrheit nach. Damit habe ich auch erst mal genug zu tun.

Wahrheit. Die Wahrheit ist eine schwer zu erzählende Geschichte. Es gibt sicherlich so eine Art geschichtliche Wahrheit. So in dem Sinne, dass, wenn etwas als Geschichte vor uns liegt, wir mehr Informationen haben und uns mittels dieser, der Wahrheit besser annähern können. Ich bin darauf gespannt, wie wir in der Zukunft die vergangenen zwei Jahre betrachten werden. War es vielleicht gar nicht nötig, dass Menschen ihre Arbeit verloren? War es vielleicht gar nicht nötig, dass wir Angehörige einsam haben sterben lassen? Vielleicht waren auch die Masken nicht notwendig? War es nicht nötig, Angst zu verbreiten? War es nicht nötig, Menschen zu beschimpfen? Hätten wir keine Angst, um uns selbst zu haben brauchen? ….und so weiter…

Veröffentlicht unter Alltag, Gedanken zu C | Kommentare deaktiviert für In der Nähe

Diese Pest (Juli 2020)

„Diese Pest ist ja nicht die Pest.“

Ein Botschafter in der Tram. Pathos.

„Da kriechen die Ratten nicht aus ihren Löchern und krepieren nicht auf den Bürgersteigen oder in den Treppenhäusern am helllichten Tage. Bei Camus, ja, das war eine richtige Pest: Die Pest kam Schritt für Schritt heran, die Ratten starben sichtbar als blutige Boten des menschlich zu Erwartenden, sie wirkte eine Weile und kam zum Höhepunkt, nahm ab und ging. Die hatte noch benehmen, die Pest bei Camus, die wusste, was für eine ordentliche Pest mit bürgerlicher Schicklichkeit das Richtige ist. Auch einen Helden hatte sie. Einen richtigen Kämpfer – einen Arzt, und was für einen! Diese Pest aber, diese Pest aber, die geht nicht einfach wieder, die ist gekommen, um zu bleiben, um permanent zu wüten. Die weiß sich nicht zu benehmen. Diese Pest hat auch keinen Helden. Diese Viren sind unnatürlich natürlich. Sie sind sozial. Diese Pest ist in den Köpfen. Diese Pest ist digital. Diese Pest ist Video, Audio…ja genau, in Stereo, auf allen Kanälen. Diese Pest zerschneidet Familienbande und Wahrheiten. Sie trennt gedanklich, räumlich und polarisiert in Feind und Freund. Diese Pest ist der Auswuchs des materiellen Prinzips. Vereinsamender kolonialer Kapitalismus, weißgewaschen im Abgrund des Sendungsbewusstseins einiger Institutionen mittels pechschwarzer Philanthropie. Diese Pest macht uns vergessen, dass täglich zweieinhalbtausend Menschen in diesem Land sterben. Sie führt zur Amnesie, wir denken, dass der Tod eine Erfindung dieses Virus sei. Diese Pest ist die Metapher unseres Nichtwissens. Diese Pest ist das Echo, das Echo des ersten Tauschhandels. Das Echo des Sozialabbaus. Pasteur bestätigte auf dem Sterbebett, der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles. Diese Pest soll die Pest sein!“

Das interessiert mich hinter meiner Maske. Meine Nase juckt und meine Brille beschlägt. 28 Grad Celsius. Ich würde gerne Niesen, allein, ich traue mich nicht. Einzelne Vermummte starren aus den Fenstern, die anderen auf ihre Smartphones. Alle in Hörweite lauschen dem Botschafter. Auf dem Boden liegen kontaminierte, verlorene einsame Masken, wie tote Ratten.

„Nichtwissen?“, frage ich und denke, der Herr ist in seiner eigenen Welt. Sozusagen. Wie alle anderen auch, oder? Er sprach weiter, ohne mich anzusehen.

„Das Nichtwissen können Menschen nicht ertragen und ihre eigene Charakterbeschaffenheit wollen sie ebenfalls nicht ertragen, nicht mal erkennen, geschweige denn betrachten. Ebenso ihre Endlichkeit nicht akzeptieren und deshalb erfinden sie Geschichten und laufen herum und herum, um im Anderen die eigene Krisis zu verorten und die eigene Verantwortung abzuweisen. In diesen Geschichten erfinden sie ihre Wahrheiten, welche sie bis zu irgendeinem überraschenden Tode verteidigen. Oh, wir sind also sterblich, aber meine Meinung ist doch unerschöpflich!? Und wenn es das Letzte ist, was ich noch tue: Meine Meinung ist Wissen, meine Meinung ist von der Unendlichkeit beseelt. So laufen die Menschen durch die Welt. Der Anspruch dieser ist aber nicht, die Wahrheit zu erkennen und weise zu werden, also sich selbst zu erkennen, wie es am Apollontempel schon vor über 2500 Jahren gemeißelt zu lesen war und jeden der es las, aufforderte, genau das zu versuchen, nein, sie wollen nur ihre Geschichten erzählen, in denen sie die Hauptrolle spielen. Unsere Welt ist voll der Weltenretter, der Wahrheitenverteidiger, jederzeit bereit, dem anderen Menschen die Würde zu rauben…es gibt wahre Sätze, nur wahre Sätze, weißte, nur die, die Wahrheit braucht etwas Seiendes, weißte, etwas Seiendes wird mittels wahrer Sätze beschrieben. Oh, sieh, es regnet!“

Ich sehe. Es regnet nicht. Das merke ich an. Bevor er antwortet, nimmt er einen Schluck aus einer Flasche. Etwas Geistvolles fließt strahlend in ihn hinein, zurück in die Flasche und wieder in ihn hinein. Hin und Her. Einen ewigen Moment der Verzauberung, sehe ich wirklich Bedeutendes.

„Dann war das wohl kein wahrer Satz oder du hast die falschen Erkenntniswerkzeuge. Sinneseindrücke allein reichen nicht aus, der Verstand muss hilfreich dazukommen.“

Meine Haltestelle. Beim Aussteigen nehme ich den Mundschutz ab und rieche den Gestank, der vom Botschafter ausgeht und denke: Nicht Viren töten, es sind die Umstände in denen deren Wirte leben, die töten. Das Milieu sei alles. Viren brauchen Wirte, warum sollten sie diese töten? Ich habe natürlich keine Ahnung, aber auch kein Vertrauen. Mehr Fragen als je zuvor. Wissen ist temporär, denke ich. Menschen und Viren spielen miteinander, nutzen sich gegenseitig und manche Menschen scheinen selbst die Viren zu sein, die ihre Wirte metaphorisch aber doch praxisnah ausbluten, um im richtigen Augenblick zu einem anderen zu wechseln, den vorherigen jedoch sterben lassen. Das können Menschen. Menschen sind in der Lage, sich selbst auszulöschen, andere natürliche Wesen nicht, oder?

Die vermeintlich einzigen Wesen mit Verstand, lieben den Overkill! Ein verlogenes Spiel. Gegeneinander oder miteinander? Jedenfalls sind die Anderen Schuld und so werden wir Bürger dieses Landes um 20Uhr zu maskierten Konsumenten, die ihre Menschlichkeit, ihre Liebe, ihr Vertrauen mittels verbaler und bildhafter Konstruktionen verlieren und die ängstlich schwimmend in einer Welle des alternativlosen Konjunktivs, darüber nachdenken, ob es morgen wieder zu Toilettenpapierknappheit und Mehlmangel kommt, dabei plantschend auf der Woge des Unbewiesenen, hin und her schwappend, wie ein Eiswürfel im Whiskyglas.

Wir lösen uns gerade auf…

Es begann zu regnen. Dieses Mal wirklich.

Veröffentlicht unter Gedanken zu C, In der Tram | Kommentare deaktiviert für Diese Pest (Juli 2020)